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Schlagwort: Larp

14.11.2021

14.11.2021

Die U und ich hatten eine Idee von der ich lange nicht überzeugt war ob sie wirklich gut ist. Wir wollten schon immer mal in Gewandung wandern gehen und aufgrund von übermäßigem Konsum von Videos über draußen schlafende Menschen kam dann die Idee auf das mit einer Übernachtung in Larpklamotten zu verbinden.

Also schnell noch nen halbwegs tauglichen Rucksack zu U bestellt und dann einen Großteil der Deutschlandtourvorbereitungszeit damit verbracht Packpläne zu machen und Felle Probe zu liegen und 346236 mal zu überlegen, ob es nicht total bekloppt ist, den Draußenschlaferstversuch Mitte November zu starten…nunja;)

Am 13. waren dann auch prompt 6° und Nieselregen. Aber nun hatten wir uns das vorgenommen und wir fuhren dann halt zum Übernachtungsplatz mit Backup-Pfadfinderhütte, der war zwar weiter weg aber falls es dann noch total schütten sollte, hatten wir wenigstens ein Dach. Nach 3234 mal umpacken hatte ich auch alles zur Zufriedenheit am Rucksack festgetüddelt, das ging tatsächlich recht gut. Da wir erst um 18 Uhr los konnten war es dann am Bestimmungsort schon stockfinster und die Suche nach Isolationsmaterial entsprechend schwierig. Schliesslich hatten wir einen Haufen Äste bzw. einen Haufen (nasser) Blätter zusammen und stellten uns auf eine tendenziell schlaflose Nacht ein.Aber tatsächlich war es ziemlich gemütlich an unserem Feuerchen:)

Kinderpunsch am Lagerfeuer

Gefroren haben wir dann tatsächlich gar nicht, es war auch immer einer von beiden rechtzeitig wach um Holz nachzulegen und wäre nicht das Problem, dass sich mein Hüftknochen als Seitenschläfer dann doch sehr über den harten Boden beschwerte, dann hätte ich echt gut schlafen können. Also voller Erfolg! Morgens gabs dann warmen Brei aus dem Grapen und jetzt sind wir ganz euphorisch am planen ob wir unsere nächsten Larps nicht vielleicht mit kompletter IT Anreise machen:)

7.11.2021

7.11.2021

Deutschlandtour Teil 1.

Wenn man auf der Fähre ne Kabine hat, dann ist das wirklich super entspannt. Diesmal hatte ich erstmalig eine Einzelkabine. Es ist recht eindeutig auf welche Zielgruppe die zugeschnitten ist:

Aber es war wirklich sehr gemütlich und ich habe mich einfach direkt mit meinem Buch in mein sanft schaukeldes Bett gekuschelt. Ich mag ja Fähre fahren…

Die Fahrt nach Kiel am nächsten Morgen ging auch gut, fix was gegessen und dann mit Freundinnenkind und Kontrabass zunächst nach Lüneburg um selbiges dort bei der Verwandtschaft abzuliefern. So ein Kinder-Kontrabass ist ja schon groß….ich will mir nicht vorstellen wie man die Erwachsenenversion transportieren kann – ich hoffe das Heldenkind bleibt bei seinem aktuellen Wunsch Gitarre zu lernen 😀

Danach umfuhren wir diverse Staus und waren dann (nachdem uns das Navi zwischenzeitlich noch zu einer Fähre lotste, die um die Uhrzeit definitiv nicht mehr fuhr) um 9 auf dem Con. Auf dem Programm: Mohnfest mit den Bardengauern auf Wasserschloss Wülmersen. Ungünstigerweise war dies eines der wenigen Cons auf denen ich war, wo das Time-In nicht mehrere Stunden später als geplant stattfand, also heimlich aufs Zimmer geschlichen, Magdklamotte angezogen und dann auf ins Vergnügen. Nach 2 Jahren Pause war es tatsächlich erstmal schwer ins Spiel zu kommen, besonders weil wir mehrere neue Chars dabei hatten, aber dann war es ein superschönes und entspanntes Con es war voll schön mal wieder unterwegs zu sein:)

Things to remember:

  • Wie wir im Stockfinsteren in den dunklen Keller herunterkrabbelten,weil es das Gerücht gab, dass da ein Schatz liege. Und da irgendwas herumspukte – huh, das war aufregend. Das irgendwas ließ dann dort ständig zwei Kupferstücke fallen. Und es gab da komische Käfer, die wir todesmutig in Sophias Schale einfingen und dann stundenlang nicht loswurden, weil niemand wusste was das für Viehzeug ist. Nur den Schatz, den fand am Ende jemand anderes.
  • Wie wir erst weniger und dann sehr fleißig Bändchen beim Volksfest sammelten, besonders nachdem Emma die Idee hatte einfach alle zusammenzulegen, damit dann ein Tiisgrather Mondprinz wird und wir uns das Preisgeld teilen können. Die Bänder konnte man entweder gewinnen oder anderen Leuten vom Gürtel klauen (natürlich nur wenn man sich nicht erwischen lässt) bzw. weitergeben. Leider gab es zwei Mägde, die allen anderen (schöne Augen machten) ihre Bänder abschwatzen, aber während Nr. 1 mit 82 Bändchen unerreichbar vor uns war, war Nr 2 nur 7 Bänder vor uns. Das weckte den Ehrgeiz und nachdem Linhardt heldenhaft noch ein Band beim Schnapsroulette gewann und Sofia Magd 2 noch 10 min vor Ende todesmutig drei vom Gürtel mopste, kamen wir am Ende dann knapp mit 49 zu 46 Bändchen auf den dritten Platz. Sehr schade:)
  • Der Knechtwettbewerb hatte als eine von drei Aufgaben zwar „Minne“ (sind das Ritter oder was?) aber beim Talentwettbewerb gab es lustige Dinge. Z.b. der Kartoffelknecht
  • Wenn Fräulein Mälzer nicht dabei ist, kann niemand den Herren aufhalten wenn er mal wieder auf solche abstrusen Ideen kommt, wie sich selbst die Hände zu waschen
  • Das Buch mit dem Armen Ritter, der Rüben züchtete, einen Radieschenthron hatte und dessen Radieschen-Helmzier von seinem verschmachtenden Pferd Ajax verspeist wurde.

Ich habe auf jeden Fall viel zu wenig geschlafen und freue mich total drauf nächsten Herbst wieder in Deutschland und somit dann öfter auf Con zu sein. Nun geht es zu C nach Bonn und der ICE hat wie üblich ne Stunde Verspätung, aber im Gegensatz zum Stau im Auto wird dadurch ja hauptsächlich das Ticket billiger 😀

Mast und Schotenbruch 11.-13.10.2019

Mast und Schotenbruch 11.-13.10.2019

Joho! Auf zu meinem ersten Seefahrercon:) Akteurin: Levke Steinanger, ihres Zeichens Wäscherin in der Stadt der Sieben Türme. Gewesen. Abends am Hafen mit ihrem Liebsten von der Handelsmarine unterwegs gewesen, nicht aufgepasst und schwupps, dem Presskommando in die Fänge geraten. Seit zwei Wochen an Bord der Greifenstolz, hauptsächlich seekrank gewesen und dann auch noch das:

Die Greifenstolz war das Vorzeigeschiff der Bündischen Marine und ausgesandt um die Handelsschiffahrt vor den selachischen Piraten zu schützen. Und tatsächlich: Nach zwei Wochen trafen sie auf die „Barbaras Zorn“, ein gefürchtetes Piratenschif. Nach einem langen Scharmützel brach jedoch ein Sturm über die Schiffe herein und angeschlagen wie die Greifensturm war, ging sie im tobenden Unwetter unter….

Der Einstieg ins Con war leider etwas holperig, da wir nochmal ne Stunde später als die ursprünglich eingeplante Stunde Spätigkeit dran waren. Und tatsächlich war dies offensichtlich das erste Con auf dem ich je war, auf dem pünktlich Time-In war – Pech gehabt! Somit also im Stockfinsteren in die Kasematten, Bett aufgebaut und dann im Halbdunkel mit der vor Ungeduld hopsenden SL daneben im Eiltempo umgezogen. Das ist so einer der einzigen Kritikpunkte an diesem Con: Ich wäre gerne in Ruhe angekommen, hätte mich gern im Hellen umgezogen und zumindest einmal kurz meine noch nie komplett anprobierte Klamotte begutachtet. So fühlte ich mich die nächsten 2 Stunden (bis ich Zeit zum Klamotte richten hatte) irgendwie echt unwohl in meiner Haut – was schade war, denn es ging gut los.

Levke wurde gemeinsam mit dem Schiffsarzt und diversem Treibgut (in Form eines schweren Sacks mit Gemüse;)) angespühlt, d.h. im stockfinsteren Wald ausgesetzt. Nach einem bisschen verschrecktem Geplapper stellte der Herr Doktor dann gleich mal klar, dass doch bitte auch wenn gruselige untote Fischwesen im Wald auftauchen beim Sie zu bleiben sei. Alles klar, Hackordnung geklärt, Matrosin schweigt und trägt brav den Kohlrabi 😀 Im Laufschritt. Weil untote Fischwesen!!111 Schnell in einem stockfinsteren Gemäuer versteckt. Draussen schnaufen Fischwesen vorbei. Dann leise weiter bis wir im Fort auf die restlichen Reste der Bündischen Marine treffen.

Leider sind zusätzlich zu uns und den Fischwesen auch noch die Piraten angeschwemmt worden. Und haben Levkes Freundin Mieke geschnappt. Frechigkeit! Zum Glück später Gefangenenaustausch. Und dann mal ein wirklich effektvolles Timefreeze: Nebel, grünes Licht, Tavernenmusik und plötzlich ein Tisch mit feiernden Geisterpiraten in der Schenke. Eine Minute Panik und Durcheinander, dann ist der Spuk vorbei. Eine Stunde später geht es wieder los: Der Klabauter den wir zwischendurch getroffen haben, klärt uns auf, dass ER gleich kommt. Nebel, grünes Licht, Auftritt Geisterpiratenkapitän! Ein eisiger Hauch weht durch den Schankraum – und plötzlich ist hinten eine Tür auf, die ins Finstere führt….

Dahinter liegt ein grossartiger „natürlicher“ Dungeon, den wir im Laufe des nächsten Tages erkunden. Stockfinster, unübersichtlich, mit Sackgassen, Kriechgängen(!!), Gefängniszellen, Folterkammern….und Geistern! Solchen die nichts tun, solchen die ständig schreiend hinter irgendwelchen Ecken hervorspringen und arme Matrosinnen zu Tode erschrecken (!!!!) und dem Henker mit seiner Axt, der als einziger den Lebenden Schaden zufügen kann. Wir erlösen also Geister (indem wir rausfinden was sie hier noch festhält – wenn sie erlöst sind, verwandeln sie sich in Glitzerstaub, der von unserem süchtigen Klabauter in der Pfeife geraucht wird :D), suchen angeschwemmte Ausrüstung und Runensteine im Wald (Achtung: die Fischwesen sind bei Flut besonders aktiv – Flut ist hier aber offensichtlich 11/12 der Zeit;)) und finden raus was hier eigentlich passiert ist, wo die Geister herkommen und wer das Siegel zerstört und die Fischwesen verursacht hat.

Favoritenszenen:

  • Scholle (ein mehrere hundert Jahre alter Einwohner/Geist, der alles mögliche „organisieren“ kann) ist etwas vergesslich: „Scholle, hast du Graupen?“ „Joa, habbich!“ „Kannst du die holen?“ „Was holen?“ „Die Graupen!“ „Joa, Graupen hab ich!“ „Kannst du die holen?“ „Was?“ „Na die Graupen?“ „Welche Graupen?“ …. eine halbe Stunde später, wird er angebrüllt: „Hol jetzt endlich die Graupen!!“ Er geht los – atemlose Spannung – keine Graupen geholt:D Nochmaaaal….
  • Der Klabauter und das Geisterglitzer
  • Levke und Klaus werden vom Leutnant getrennt und schleichen sich alleine durch den Dungeon, denn der Leutnant hat nur eine einzige Laterne!! Die ist schnell ausgezittert. Wir müssen ihr also Licht bringen! Wow, das war aufregend! Und es ist einfach cooler mit echten Kerzen, die ausgehen können!
  • Der Schreigeist. Ich hasse ihn!!
  • Nebel und grünes Licht in der Finsternis
  • Levke und Mieke wissen wo ein bestimmter Ort im Wald ist. Sollten wissen. Äh…also hier. Oder nee, doch nicht….Nochmal von da suchen wo wir losgegangen sind, dann finden wir es bestimmt… Gelebte Kompetenz!
  • Endschlacht: Die mühsam gefundenen Waffen werden verteilt. Am Ende der Reihe 4 Matrosen. Der erste hat einen Stock. Der Zweite einen Dolch. Der dritte ein Fleischermesser. Der letzte ein Essmesser. Auch nach ein paar wohlgemeinten Waffenspenden, sind wir den mit Stangenwaffen und Schwertern bewaffneten Gegnern irgendwie nur eingeschränkt gewachsen 😀
  • Der Bootsmann (Lieblingscharakter, hach war der großartig!), sorgt dafür, dass die Reihe in der Endschlacht nicht zurückweicht. Indem er sie mit Tritten nach vorne schubst. In die Langaxt des gefürchteten Henkers! Komisch, dass die mit Buttermessern bewaffnete Matrosenfront trotzdem Wege findet um zurückzuweichen 😉
  • Gewonnen. Mieke und der Fähnrich wetten, wer es schafft durch das enge Loch am Ende des Kriechgangs zu krabbeln. Mieke ist sehr klein. Der Fähnrich ist sehr groß. Beides führt bei einem engen Loch in Brusthöhe das in einem sehr engen Gang mündet zu unterschiedlich amüsanten Verrenkungen;)
  • Kochen mit der Crew
  • Shanties und andere schöne Musik am Abend 🙂

Fort Gorgast ist definitiv das groẞartigste Larpgelände auf dem ich bisher war. Die Atmosphäre dort ist unglaublich dicht, bis auf ein paar Heizungen nix modernes was stört, alles ist herrlich unübersichtlich und der Dungeon war der Wahnsinn. Das Con war eines besten (wenn nicht das Beste?) auf dem ich bisher war. Die SL waren toll, die NSC waren absolut großartig und es war alles sehr liebevoll gemacht. Ich mochte auch den Plot (trotz ein paar Winke mit dem Zaunpfahl) sehr gerne und es gab viele abwechslungsreiche Dinge zu tun. Ich hab mich keine Minute gelangweilt und die lange Fahrt hat sich echt gelohnt! So gut!