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Schlagwort: Zelt

Dalsvågen

Dalsvågen

Da ich immer noch Lust auf draussen sein habe (hier nennt man diesen Bedarf Friluftsliv;)), haben das Heldenkind und ich gestern etwas typisch norwegisches getan und waren spontan ne Runde zelten. Irgendwie hatte ich bisher immer Zweifel, dass ich das ganze Zeug alleine schleppen kann, aber mittlerweile haben wir echt leichte Ausrüstung. Das war für eine kurze Strecke also gar kein Problem.

Ziel war eine kleine Bucht mit Sandstrand bei Dale, die allerdings offensichtlich sehr beliebt ist: nach und kamen nämlich noch 3 weitere Gruppen an, 2 Familien, aber offensichtlich ist „einfachmalzelten“ auch etwas, was man hier mit seinen Kumpels unternimmt. Im Ablauf waren sich aber alle recht einig: Abends ankommen, Zelt aufbauen, Lagerfeuer machen, spät schlafen gehen und morgens um 10 waren alle wie von Zauberhand wieder verschwunden und die Tagschicht kam an (also Leute die mit ohne Zelt tagsüber Feuer machen wollen;)). Grundsätzlich haben wir das ähnlich gemacht, nur war unser Lagerfeuer kleiner. Erstens weil wir nur Würstchen grillen wollten und kein Riesenfeuer brauchten und zweitens weil dies ein sehr Trumpgefälliger Wald war: Aufgrund der geringen Entfernung zum Lagerplatz war hier nämlich sämtliches Totholz fein säuberlich zu Lagerfeuern verarbeitet worden. Selten sah ich einen so aufgeräumten Wald – die Finnen wären stolz auf uns! Während die motivierten Norweger mit Äxten bewaffnet waren und das Holz aus größerer Entfernung heranschafften und/oder ikeatütenweise Brennholz dabei hatten, beschränkten wir uns also auf Zweige und Treibholz;)

Unser kleines grünes Zelt

Ansonsten hatte ich nix zu kochen mit und das war super entspannt. Das Heldenkind hat ja oft nicht so richtig Lust zu helfen (und zum alleine spielen auch nicht;)) da wird das sonst schnell etwas stressig mit kochen und abwaschen. Wobei er diesmal aber immerhin supergut beim Zelt mitgeholfen hat – wird also langsam;) Das war also insgesamt alles sehr schön und das machen wir bald nochmal. Und ein Ein-Personenzelt für Sarah-allein-im-Fjell ist auch im Beschaffungsprozess:)

22.07.2020 – Frafjordheiene Tag 2

22.07.2020 – Frafjordheiene Tag 2

Neuer Tag, neues Wetter:) Erstaunlicherweise habe ich hervorragend geschlafen, nachdem ich mich um den Stein herumsortiert hatte. Und nachdem es nachts noch ganz schön geschüttet hatte, war jetzt deutlich besseres Wetter. Aus dem Schlafsack zu kommen war trotzdem nicht einfach (die Buchempfehlung auf des Heldenmannes Kindle titelte dazu passend: „Der Moment bevor du stirbst!“. Da mussten wir etwas lachen). Dann gab es aber lecker Haferbrei und warme Pfannenbrotfladen (mjam!) und danach kam sogar die Sonne raus:)

Unser Zeltplatz – nicht im Bild: das Schneefeld daneben;)

Aufgrund der Planänderung von gestern Abend hatten wir jetzt nicht mehr so viel Weg und deshalb konnten wir ganz gemütlich laufen und eine lange Mittagspause machen. Der Weg war viel einfacher zu gehen als der gestern und alles war ganz wunderbar:)

Noch nicht so ganz Sommer da oben;)

Am Ende mussten wir dann zwar nochmal 9 km die Straße lang laufen (was wir bei unserer Planänderung nicht bedacht hatten: Trampen in Zeiten von Corona ist natürlich nicht so der Renner…tüdelü!), aber die war nicht soooo stark befahren und die Gegend auch dort sehr schön. Nu sind wir aber doch ein klein wenig müde. Schön wars!

21.07.2020 – Frafjordheiene Tag 1

21.07.2020 – Frafjordheiene Tag 1

Heute sollte es ins Hochfjell gehen, da kommen wir sonst nicht so oft hin. Die Wahl fiel auf die Ecke Blåfjellenden – Sandvatn, da kann man so ne Art Rundtour gehen, denn ich mag nix doppelt gehen. Der Heldenmann lacht mich immer ein bisschen aus deshalb, aber der hat dafür andere Macken;) Um 11:30 waren wir da und bei anfänglich Sonne und 10 ° ging es los.

Leider wollte uns das Wetter nur reinlegen und nach kurzer Zeit kam Schauer Nr.1 und es wehte auch ein sehr frischer Wind. Trotzdem war es sehr schön:) Gegen Abend wurde es dann allerdings richtig, richtig viel Wind und als es dann noch zu graupeln anfing, wurde uns klar, dass die geplante Tour eher nicht stressfrei schaffbar war. Priorität hatte dann doch der halbwegs windgeschützte Zeltplatz. Das Suchen machte nicht so super Spaß, aber jetzt stehen wir halbwegs geschützt an einem sehr hübschen See und der Heldenmann hat mich lecker mit Nudelsuppe und Griesbrei bekocht:) Die Stelle ist sogar fast gar nicht schief, die meisten Steine liessen sich wegräumen und wenn ich im Schlafsack ne Fleecejacke anhabe ist mir fast gar nicht kalt:D Jetzt muss nur noch das frisch geflickte Zelt dicht halten… Warum genau macht man nochmal dieses Hobby? Achja, genau: Weil es sich verrückterweise trotz allem total toll anfühlt;) Und der Bach rauscht so schön neben dem Zelt!

Zelttour zum Mån Friluftsgård

Zelttour zum Mån Friluftsgård

Seit Wochen recherchiere ich fleißig herum, wo und wie und was und wann wir wohl mal auf eine Zelttour mit dem Heldenkind gehen können. Hütte fällt ja aufgrund von voll momentan eher aus, also muss eine Alternative her. Hinderlich ist dabei nur, dass das Gelände hier oftmals tendenziell vertikal ausgerichtet ist und mit der vermindertern Reichweite durch das Heldenkind kommen solche Marathonsuchen wie in der Hardangervidda (wo wir immer sicherheitshalber schon ne Stunde vor Etappenende zu suchen anfingen und teilweise dann auch noch deutlich länger gingen) eher nicht in Frage. Also habe ich zumindest für den Erstversuch allerlei Blogs auf Tipps durchsucht um ein positives Ersterlebnis zu schaffen und wir haben beschlossen uns in dem Zuge auch mal den Månafossen anzuschauen (der in irgendeiner Statistik über große Wasserfälle irgendwo auf den vorderen Plätzen liegt).

Somit packten wir am Samstag (etwas zu) gemütlich und kamen auf erstaunlich tragbare 14 bzw. 20 kg inkl. Getränke für einen Tag und Essen für 1,5 Tage (Hardangervidda: 17 bzw 27 kg für 2 Leute, das war aber auch Notfall-Essen für 10 Tage). Voll gut! Die Sonne schien und es waren unfassbare 20 Grad angesagt, weshalb sich leider Unmengen von Leuten den selben Wasserfall als Ziel vorgenommen hatten (der für so ne Touriattraktion einen bemerkelsesverdig kleinen Parkplatz hat). Also Stress mit Parkplatzsuche in engem Bergtal, am Ende auf Wegausbuchtung mit ohne Schild aber mit mit eilig herbeieilender Besitzerin geparkt, die uns dann aber netterweise nach längerer Diskussion doch da stehen lies. Ich war schon am Alternativtouren planen. Glück gehabt, denn das ist wirklich sehr schön da:)

Månafossen

Der Weg zum Wasserfall ist sehr steil und voll, aber auf dem Weg rauf ins Tal wurde es dann leerer und sehr idyllisch. Trotzdem weiß ich jetzt warum die norwegischen Campingplätze so leer sind (man erinnere sich – die, die immer an den Straßen liegen), denn die Norweger zelten (verständlicherweise) offensichtlich lieber alle an solchen Orten;) Trotz Instagramtauglicher Schummelfotos: eigentlich stand hier alle paar Meter ein Zelt am Fluss, ich hab allein in unserem Abschnitt 22 gezählt.

Ausblick vom Zeltplatz am Fluss für Instagram
Und mit Realitätscheck;)

Das Heldenkind wechselte zwischen skeptisch und euphorisch, war aber irgendwie zu müde um so richtig selbst ins Spielen zu kommen bzw. Anschluss zu finden (nachdem ich ihn einmal versehentlich zum Suchen von Spielfreunden losgeschickt hatte, ist mir aufgefallen, dass ich die Existenz von Corona einfach mal komplett verdrängt hatte. Upsa… danach dann also ohne Kontaktversuche). Nachdem uns der Heldenmann aber lecker mit Couscous und Milchreis bekocht hatte, machten das Heldenkind und ich noch einen wundervollen, langen Abendlicht-Kletterspaziergang zu einem zweiten Wasserfall an der Felswand. Das war sehr großartig! Danach leider das übliche Umzieh- und Zahnputztheater, aber gegen 10 schliefen dann zumindest Mann und Kind, und ich dann (wie üblich am neuen Ort) immerhin gegen 3. Dafür aber bis um 8, yeah!

Guten Morgen lieber Fluss:)

Alle waren etwas schlapp, deshalb war es gar nicht schlimm, dass wir Parkplatzabsprachenbedingt doch nur eine Nacht bleiben konnten. So waren wir um 15 Uhr wieder zu Hause, entspannten noch ein wenig mit Hängematte und Hörspiel und waren dann noch im See schwimmen.

Auch wenn mit Kind die Entspannung auf Tour immer etwas zu kurz kommt, war das ein toller Ausflug und wir sind fest entschlossen demnächst wieder loszuziehen.

Die Heldenrucksäcke auf Tour:)