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Schlagwort: Unterwegs mit Kind

Vernemodammen Tag 3&4

Vernemodammen Tag 3&4

Gestern und heute waren wir fleissig Ski fahren. Der Heldenmann hat sich Alpinski gekauft und kurvte fleissig die Hänge herunter und das Heldenkind und ich waren langlaufen. Ich hatte eigentlich gar nicht zwingend vor Ski laufen zu gehen, aber das Heldenkind wollte witzigerweise unbedingt. Und war dann auch wild entschlossen, obwohl es am ersten Nachmittag aufgrund von anfängeruntauglicher Loipe mehr lag als lief;) Aber beim aufrappeln war er unermüdlich und als wir endlich ein gerades Stück gefunden hatten ging es dann auch richtig gut. Ich lief dann Abends noch ein wenig im Mondschein bei der Hütte, aber so vereist wie die Straße war, machte das nur eingeschränkt Spaß – da wäre etwas Zivilisation in Form von gespurten Loipen auch ganz nett gewesen;)

Aussicht aus der Hütte

Heute hatten wir dann strahlenden Sonnenschein und es war so unfassbar schön draußen!

Aussicht auf die Hütte

Wir hatten gestern noch eine schöne ebene Loipe ausgekunfschaftet und so warfen wir heute nur fix den Heldenmann am Skisenter raus und machten uns dann auf zum See. Da ging es dann ganz wundervoll am Ufer bzw. auf dem Eis entlang und das Heldenkind war mit Feuereifer dabei. Mir ist noch etwas unklar wie ich ihm je beibringen soll einen Hügel hochzukommen, aber auf der Ebene war er fix unterwegs und trällerte zufrieden vor sich hin. Auf dem Rückweg waren wir dann leider etwas trödelig, weil das Heldenkind sich nicht vom spielen losreißen konnte und als dann die Sonne unterging wurde es eisig! Brr! Da schlug dann die Stimmung etwas um, aber als wir wieder am Auto waren, da waren wir doch beide recht stolz. Ich kann das ja eigentlich auch noch gar nicht;)

Jetzt fahrn wir übern See, übern See…

Mein heutiger Abendspaziergang fand dann bei -13° statt. Der Schnee knirschte und quietschte so laut unter den Schuhen, dass von Ruhe nicht sooo viel zu merken war;)

Morgen geht es dann wieder nach Hause und auch wenn es hier sehr schön ist, freue ich mich jetzt doch schon sehr auf eine warme Dusche und ein vernünftiges Klo 😀

Der idyllische Weg zum wahrhaft stillen Örtchen
Vernemodammen – Tag 2

Vernemodammen – Tag 2

Erste Nacht an neuem Ort = gäähn;) Nachts durch den Schnee zum Utedo (also sowas wie Außenklo:)) = brr! Sonst ist es aber ganz wundervoll. Das Heldenkind grub heute voller Elan Labyrinthe und Trollgärten in den Schnee und für den Schlitten gibt es hier auch nen Hügel direkt vor der Tür. Unsere Hütte liegt am Ende des befahrbaren Teils eines Schotterweges und ist zwar dicht an einem großen Winterparkplatz, aber es ist trotzdem ganz ruhig hier, weil keine anderen Hütten in der Nähe sind. Nur ab und zu startet da jemand mit dem Scooter (oder einem Hundeschlitten:)) zu einer der höhergelegenen Hütten und dann ist auch schon wieder Ruhe.

Heute Abend war ich bei vollkommener Stille und Vollmond noch ne Stunde den Weg hoch Richtung Hardangervidda unterwegs. Das war schön! Und weil ich den ganzen Tag vergessen habe Fotos zu machen, gibt es halt ein verpixeltes Mondscheinbild:)

Vernemodammen – Tag 1

Vernemodammen – Tag 1

So, das Erreichen der Hütte haben wir schonmal erfolgreich hinter uns gebracht:)

Gestern war noch Unwetter und kolonnekjøring übers Haukelifjell, heute dann aber zum Glück Windstille und Rieselschnee. Das Heldenkind war so aufgeregt, dass es trotz 4 h Fahrt noch nicht mal Hörspiel hören wollte und kommentierte enthusiastisch jedes bisschen Schnee am Wegesrand. Am Pass ist es dann immer sehr karg und gar nicht einladend, aber auf der Ostseite der Berge warteten Winterwunderwald und bestimmt 70 cm Schnee auf uns. Nachdem wir im letzten Tageslicht noch unsere Hütte aufgespürt hatten galt es dann erstmal halbwegs erträgliche Temperaturen herzustellen – brrr! (fanden wir Erwachsenen, das Heldenkind warf sich mit Genuss in den Schnee;).Aber irgendwann wurde es langsam warm und wir schafften es auch nach 356788 Versuchen die Gasflasche anzuschließen (Gewalt ist hier das Stichwort:D), so dass es zur Freude des Heldenkindes Hotdogs geben konnte:) Mit warmen Würstchen. Jetzt ist es mittlerweile sehr kuschelig, meine beiden Männer schlafen schon und ich sitze bei absoluter Stille und Kerzenlicht vor dem warmen Ofen. Draußen leuchtet der Schnee so hell, dass man ganz weit über den See gucken kann und morgen baue ich mit meinem Heldenkind irgendwas riesiges aus Schnee:)

Tengedalsvatnet

Tengedalsvatnet

Eigentlich wollte ich dieses WE unser schniekes neues leichtes 1-Personen-Zelt ausprobieren, denn es sollte mehrere Tage am Stück nur maximal nieseln und größtenteils sogar sonnig sein! Da das Heldenkind aber befand, dass es unbedingt mal wieder in seinem Schlafsack schlafen müsse, wurde es statt dessen doch das große Zelt und das Heldenkind und ich machten uns bei 4 Grad und Sonne auf zum Tengedalsvatnet. Dort solle ein Zeltplatz direkt am See und mit geringer Parkplatzentfernung sein, was insofern wünschenswert war, als dass wir dann Lagerfeuerholz, Felle und Extradecken mitnehmen konnten um es uns richtig kuschelig zu machen. Das klappte auch alles wunderbar, nur leider fehlte das Wildnisfeeling an diesem Platz komplett. Leider war nämlich in 200m Entfernung gleich die Straße, auf der auch Nachts noch fleissig die Autos vorbeirauschten. Da hatte ich mit deutlich weniger Betrieb gerechnet.

Trotzdem haben wir ein schönes Feuer gemacht, den Mond bewundert, gemütlich Hörspiel im Zelt gehört und kein bisschen gefroren:) Auch wenn das Heldenkind dann heute etwas müde und grummelig war, war das sehr schön. Das nächste Mal aber trotzdem erst wieder, wenn länger als von 9 -16 Uhr hell ist. Besonders morgens hat der Gedanke an Nachtwanderung mit Taschenlampe nicht mehr soooo den Reiz;)

Dalsvågen

Dalsvågen

Da ich immer noch Lust auf draussen sein habe (hier nennt man diesen Bedarf Friluftsliv;)), haben das Heldenkind und ich gestern etwas typisch norwegisches getan und waren spontan ne Runde zelten. Irgendwie hatte ich bisher immer Zweifel, dass ich das ganze Zeug alleine schleppen kann, aber mittlerweile haben wir echt leichte Ausrüstung. Das war für eine kurze Strecke also gar kein Problem.

Ziel war eine kleine Bucht mit Sandstrand bei Dale, die allerdings offensichtlich sehr beliebt ist: nach und kamen nämlich noch 3 weitere Gruppen an, 2 Familien, aber offensichtlich ist „einfachmalzelten“ auch etwas, was man hier mit seinen Kumpels unternimmt. Im Ablauf waren sich aber alle recht einig: Abends ankommen, Zelt aufbauen, Lagerfeuer machen, spät schlafen gehen und morgens um 10 waren alle wie von Zauberhand wieder verschwunden und die Tagschicht kam an (also Leute die mit ohne Zelt tagsüber Feuer machen wollen;)). Grundsätzlich haben wir das ähnlich gemacht, nur war unser Lagerfeuer kleiner. Erstens weil wir nur Würstchen grillen wollten und kein Riesenfeuer brauchten und zweitens weil dies ein sehr Trumpgefälliger Wald war: Aufgrund der geringen Entfernung zum Lagerplatz war hier nämlich sämtliches Totholz fein säuberlich zu Lagerfeuern verarbeitet worden. Selten sah ich einen so aufgeräumten Wald – die Finnen wären stolz auf uns! Während die motivierten Norweger mit Äxten bewaffnet waren und das Holz aus größerer Entfernung heranschafften und/oder ikeatütenweise Brennholz dabei hatten, beschränkten wir uns also auf Zweige und Treibholz;)

Unser kleines grünes Zelt

Ansonsten hatte ich nix zu kochen mit und das war super entspannt. Das Heldenkind hat ja oft nicht so richtig Lust zu helfen (und zum alleine spielen auch nicht;)) da wird das sonst schnell etwas stressig mit kochen und abwaschen. Wobei er diesmal aber immerhin supergut beim Zelt mitgeholfen hat – wird also langsam;) Das war also insgesamt alles sehr schön und das machen wir bald nochmal. Und ein Ein-Personenzelt für Sarah-allein-im-Fjell ist auch im Beschaffungsprozess:)

Lutsivatnet

Lutsivatnet

Am Sonntag waren wir endlich auf dem Lutsivatnet paddeln. Jedes Mal wenn man von Gramstad aus auf den Berg gestiegen ist, hat man die Aussicht darauf genossen und jetzt wollten wir den See (bzw. eigentlich sind es mehrere zusammenhängende Seen) endlich mal angucken.

Also unser rotes Boot eingetütet und extra früh los um Parkplatzplobleme zu vermeiden. Das klappte auch gut, dafür war dann aber Nebel statt dem angesagten Sonnenschein. Prinzipiell ist so eine Athmosphäre ja auch sehr magisch. Das dann allerdings eher nicht mit Kind im Boot welches lautstärkebedingt noch mehrere km entfernt zu hören ist…

Nebelstimmung

Während das paddeln eher deutlich unharmonisch war, war unsere Pause auf einer kleinen Insel eigentlich sehr schön. Das Heldenkind und ich spielten und der Heldenmann machte uns leckeres Pfannenbrot mit Würstchen. Ein Mann der gern draußen kocht ist sehr zu empfehlen;)

Am Lutsivatnet gibt es deutlich mehr Hütten als man von oben so sieht. Einsam ist es also eher gar nicht. Das hatte aber auch den Effekt, dass man lustigen Gefährten begegnete (wie z.b. einem riesigen(!) geflügelten Einhorn-Ruderboot oder dem ineffektivsten Dreierkajak, dass ich je sah (ein bedauernswerter Vater mit zwei Teenie-Töchtern, der in wilden Schlangenlinien über den See irrte und am Ende dann alleine paddeln musste)). Es gibt an der Südseite einige Campingmöglichkeiten, allerdings ist das Wasser sehr algig und trüb, nach dem Coronasommer ist alles etwas wüst und insgesamt ist mein Fazit: Lieber im Frühling nochmal kommen 😉

Jernaldergården

Jernaldergården

Ich gehe etwas nach;) Als eines der wenigen Museen in Stavanger die uns noch fehlen waren wir am Samstag im Eisenzeitdorf. Eigentlich seltsam, denn das liegt uns interessenmäßig sehr gut;) Zum Besuch selbigen Museums radelt man zunächst ganz ordentlich bergauf, was das Heldenkind aber komplett selbst bewältigte. Das Museum besteht eigentlich nur aus zwei Langhäusern, die zwar sehr cool direkt auf der Ausgrabungsstätte wiedererrichtet wurden, allerdings Stadtentwicklungsbedingt nun direkt neben drei riesigen Hochhäusern stehen. Ich muss sagen, die Immersion auf der Turmhügelburg ist etwas tiefer 😀

Aussicht mit ohne Hochhäuser

Das Heldenkind bekam am Eingang einen Zettel mit Dingen die es im Museum finden sollte ausgehändigt und war ab diesem Augenblick ausschließlich daran interessiert diese schnellstmöglich ausfindig zu machen. Die historisch gewandeten Mitarbeiter die ihm tolle Geschichten erzählen wollten und alles andere war gänzlich uninteressant (das einzige was er sie fragte war wo die Sachen sind ;)). Das war ein bisschen lustig. Ansonsten: Klein aber fein!

Urlaubszusammenfassung 2020

Urlaubszusammenfassung 2020

Obwohl die Vorzeichen aufgrund von Jetztdochnichtjob und Regen deutlich schlechter waren als letztes Jahr (ok, bei längerem Nachdenken war letztes Jahr der Heldenmann noch nicht wieder ganz erholt vom Nordholzhausbesitz und ich hatte ein akutes Heldenkindbetreuungsmotivationsproblem – also auch nicht ganz ohne) war unser Urlaub wesentlich, wesentlich entspannter. Letztes Jahr kam ich aus dem Urlaub zurück und war vollkommen fertig. Dieses Jahr bin ich so ausgeschlafen, wie es eine auswärtsschlafende Sarah nur sein kann und blicke auch sogar wieder mit etwas mehr Zuversicht in die Zukunft. Wir verhungern ja nun wirklich nicht, also wirds auch ohne Job schon werden. So!

Nach reiflichem Nachdenken komme ich auf folgende Faktoren:

  • Wir sind viel weniger Auto gefahren. Außer An- und Abfahrt maximal ne Stunde pro Tag. Merke: Autofahren ungleich Urlaub
  • Wir haben versucht meistens zwei Nächte an einem Platz zu bleiben. So mussten wir seltener packen und das Heldenkind war nicht so gestresst
  • Keine Fahrräder mit. Damit lief das Autopacken und der Gepäckzugang deutlich reibungsloser
  • Dafür ein Boot mit:) Das Bootfahren war das Beste am Urlaub und alle kamen auf ihre Kosten. Außerdem können wir so heldenelternkompatible Lagerplätze in der Einsamkeit erreichen, ohne Gepäck zu schleppen und stundenlang das Kind zu motivieren. Und das Heldenkind fand es 80 % der Zeit auch super
  • Keine Sehenswürdigkeiten ansteuern. Norwegen ist (fast) überall schön und es hat sehr gut geklappt die Tour nach dem Wetter zu planen
  • Das Dachzelt darf doch bleiben. Wenn man einen Tagesausflug macht, kann man einfach alles unters Tarp stopfen. Außerdem geht der Abbau schneller weil wir besser geworden sind (und keine Räder mithaben). Mit dem höheren Auto haben wir fast Stehhöhe. Und es ist einfach unfassbar bequem und alle schlafen gut darin;)

Nicht so gut:

  • Kein Wind- und Regenschutz zum kochen. Wir hatten es mal mit Tarp probiert, aber gefroren haben wir trotzdem. Fürs Dachzelt werde ich jetzt doch mal das Vorzelt anpassen. Darin wird es ja eigentlich richtig warm, bisher kann man es nur nicht sinnvoll abspannen und dann flattert es.
  • Das wars auch schon. Huch! Weniger Wind wäre toll gewesen, aber da kann man nix machen;)

Kommt noch nicht an den Korsikaurlaub dran, aber sehr schön wars!

Sankefestivalen

Sankefestivalen

Heute hatte ich mich als Freiwillige fürs Sankefestivalen (so etwas wie ein Ernte- bzw. Sammelfest mit lokalen Produkten) gemeldet, also machten wir uns auf den Weg durch den ewig langen Tunnel rüber nach Tau und dann nach Hjelmeland. Das Festival war eher klein und es durften auch nur 200 angemeldete Gäste kommen, aber nett war es trotzdem (gefühlt waren wir allerdings mehr Freiwillige als Gäste, also war eher nicht soooo viel zu tun). Es regnete in Strömen und ich dachte schon Heldenmann und Kind würden sich fürchterlich langweilen, aber ganz im Gegenteil! Das Heldenkind gewann nämlich mal so eben nebenbei den Kinder-Angelwettbewerb und holte einen 33 cm langen und sehr bunten orangeblauen Lippfisch aus dem Meer. Mit einem Stock mit Schnur dran, an der nur ein ganz einfacher matscheschneckenbestückter Haken hing. Der Heldenmann hatte es zwei Wochen lang mit deutlich komplizierteren Gerätschaften versucht (ok, zugegebenermaßen im See und nicht im Meer), wesentlich kleinere Fische unter deutlich mehr Aufwand gefangen, und war ganz baff, dass das so einfach geht;). Heldenkind war stolz wie Bolle und kommt nun sogar in die Zeitung. Voll toll! Lecker Essen gabs auch und wir haben nach mehrjährigem Suchen nochmal ein richtig dickes Schaffell gefunden. Gut, dass wir jetzt nicht mehr auf Märkte oder Larps gehen können… Aber wenn es eines Tages wieder geht sind wir vorbereitet!

Skrelifallan

Skrelifallan

Ganz überraschend wurde heute zu einem echten Highlight unseres Urlaubs. Nach einer Helden-Gruschelkind-bedingt ziemlich unruhigen Nacht, die es auch komplett durchregnete kam morgens tatsächlich die Sonne raus. Nach dem Frühstück machten wir uns also nochmal auf zum See, wo wir gestern bei Nebelregen schonmal gewesen waren und es war so! schön!

Durch den Regen in der Nacht liefen überall kleine Bäche über den gletscherglatt geschliffenen Fels und nach 5 Minuten plantschten wir alle barfuß in den Bächen rum. Das Heldenkind war so glücklich, dass es gar nicht mehr mit singen aufhörte und am See konnten wir dann noch ganz lange in einem flachen Wasserfall baden und spielen. Erwähnte ich schon wie schön es war?

Nach sehr langer Zeit rafften wir uns dann auf, balancierten auf Steinen über Flüsse und matschten dann barfuß weiter zum Ziel der Tour, einem Wasserfall, der bis runter zum Fjord ging.

Da es deutlich Nachmittag war und für Abend/Nacht wieder reichlich Wolken angesagt waren, liessen wir es dann dabei beruhen, aßen noch ein Eis in Flekkefjord und machten uns auf den Weg nach Hause. Morgen soll es eher bedeckt sein, da räumen wir auf und Samstag hab ich mich zum helfen für eine Veranstaltung vom DNT gemeldet. Da kommt der Rest mit und Sonntag unternehmen wir dann nochmal was.

Bis auf den Regen am Anfang ein toller Urlaub:)