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Autor: Sarah

21.06.2022

21.06.2022

So, jetzt kommt der komplizierte Teil: Was haben wir eigentlich so gemacht die letzten Wochen? Die gingen so schnell vorbei…

Es waren auf jeden Fall massig Kindergeburtstage, u.a. da man hier in Norwegen ja irritierenderweise Geburtstage auch gerne mal vorfeiert – da feiern dann also auch alle Kinder, die in der ersten Ferienhälfte Geburtstag haben. Das artete schon richtig in Stress aus.

Außerdem beim Heldenkind: Judo. Da war Gradering angesetzt, d.h. man kann da seinen nächsten Gürtel bekommen. Das Heldenkind war ja erst zwei Monate dabei, deshalb war das eigentlich noch ein bisschen früh. Aber die Trainerin meinte, sie schaut sich das während des Trainings einfach mal ganz ergebnisoffen an – und siehe da was das Heldenkind alles kann, wenn er wirklich will (nicht das ich je dran gezweifelt hätte, allerdings halten sich die Gelegenheiten wo er wirklich will eher in Grenzen;)). Somit hat das (verdienterweise) sehr stolze Heldenkind nun einen gelb-weißen Gürtel und andere Leute in diesem Haushalt sind auch sehrsehr stolz:)

Der Heldenmann war die Woche im Anschluss an den Großelternbesuch in Potsdam zur Wohnungsübernahme und hat sehr fleißig die Wohnung in allen Details vermessen und gefilmt und all sowas. Es sieht sehr schön grün aus da (außerhalb der Wohnung zum Glück;)) und scheint auch (zumindest vom Verkehrlärm her) sehr schön ruuhig zu sein. Und die Wohnung ist auch immer noch recht schön, da werden wir also hoffentlich gut klarkommen. Gemalert wird auch nächste Woche, wir haben fleißig Möbelpuzzle gespielt und bekommen fast alles rein und brauchen im ersten Anlauf noch nichtmal so sonderlich viel neues, außer sowas wie Mückengittern und nen Kleiderschrank:) Passt dann zwar alles nicht so 100% zusammen, aber Hauptsache erstmal kein Stress…

Den Stress den machen wir uns statt dessen lieber fürs Drachenfest. Da hatte uns ja der Heldenmann Karten gekauft und erst danach stellten wir fest, dass das dann diesmal 9 statt 5 Tage Larp sind. Da braucht man plötzlich eine ganze Menge Klamotten…. insbesondere wenn man so ein Kind einkleiden muss. Und wenn man den eigenen Char in den letzten jahren immer nur im Winter gespielt hat. Und es wird ja entweder unfassbar heiss oder fürchterlich regnerisch sein (zumindest war das sonst immer so), bzw. bei 9 Tagen ja eventuell sogar beides. Und dann muss man ja sinnvollerweise schonmal vorsortieren und sich Gedanken um Beschäftigung und Essen machen und Gitarre üben und all solche Dinge, die soooo viel spannender sind als Umzugsplanung…tralala;) Nicht förderlich! Aber ich freu mich total drauf. Ich hoffe das Heldenkind versteht sich mit dem anderen Kind in unserem Lager, dann kann das glaub ich sehr schön werden.

Am letzten Wochenende war hier weiterhin Rikssammlingsjubileet zum Jubiläum der Vereinigung Norwegens nach der Schlacht im Hafrsfjord. Da gab es einen Wikingermarkt, was den Effekt hatte, dass wir nun noch mehr Lust auf Larp haben. Und nun eine Menge sehr schöner Holzsachen besitzen, denn da war ein toller Schnitzer:) Außerdem gab es eine Shuttlefähre über den Hafrsfjord, die einen noch zu zwei weiterern Eventlocations brachte, wo allerlei Handwerk (Location 1) bzw. Kultur (Location 2) auf den geneigten Besucher warteten. Nr. 1 besichtigten wir mit der ganzen Familie am Samstag, aber weil wir wegen zu viel Bootsshuttleschlangenstehen Nr.2 nicht mehr schafften, radelte ich (man lernt ja dazu) dort am Sonntag nochmal hin um ja die Kultur nicht zu verpassen. Im stömenden Regen zwar, aber immernoch besser als nochmal ewig über den Hafrsfjord zu gondeln;)

Man lief dann über so einen Pfad durch den Wald und traf auf allerlei Aufführungen, u.a. einen Chor der ein paar mittelalterliche Stücke sang, so ne Trommeltruppe und allerlei Deko, was insgesamt alles recht schön war. An einer Stelle saßen allerdings so 7 Leute mit einer Art langen Birkenhörnern in einem Dings aus Weiden was vermutlich ein Schiff darstellen sollte. Es sollte eine 8-minütige moderne Komposition auf alten Instrumenten aufgeführt werden – da wurde ich schon misstrauisch. Und was dann kam war schon wirklich seeeehr Kunst. Man stelle sich also diese Leute vor, wie sie so tun, als ob sie mit ihren langen Birkenhörnern rudern. Vorne der Dirigent, der auf irgendwas kratzigem herumkratzte, was vermutlich Rythmus sein sollte. Hinten eine… ich nenn es mal Sängerin? Die machte so eine Art Jaulen und Quietschen. Von Zeit zu Zeit tröteten dann einer oder mehrere Leute in ihre Hörner und zwar so, dass es immer genau nicht zusammenpasste. Das konnte man sich wirklich nur mit fassungslosem Stauen ob so viel Schrägheit für eine Minute anhören und dann voller Entsetzen fliehen…. Ein paar sehr höfliche Norweger haben sogar bis zum Ende ausgehalten (meine Hochachtung!), aber ich frage mich da immer: Meinen die das ernst? Finden die das schön was die da machen? Wer schreibt sowas und warum um Himmels Willen??? Hört sich das jm. freiwillig an (wenn er vorgewarnt ist)? Ausgehend von der Partitur vor dem Dirigenten haben sie das auch alles auch sehr viel geübt, die war mehrseitig und sehr kompliziert… Hurz, sag ich da nur!

So und alles was mir jetzt noch an Ereignissen entfallen ist, wird einfach die nächsten Tage nachgereicht:)

07.06.2022

07.06.2022

Du meine Güte, ich gehe so dermaßen nach… ich weiß gar nicht wo anfangen…

Also: Die Heldengroßeltern waren da. Im Zuge dieses Ereignisses haben wir fleißig besichtigt und hier kommt zumindest die Kurzbeschreibung. Unter anderem waren wir auf Vassøy, denn diese Insel fehlte mir noch in meiner Byøysammlung. Dort sahen wir süße kleine rote Babyanemonen, fingen weiterhin eine Krabbe, welche danach vom Heldenkind im Eimer um die ganze Insel getragen wurde und stellten fest, dass auf dieser Insel aus irgendwelchen sinnlosen Gründen auch Autos fahren. Warum das so ist, erschloss sich uns nicht ganz – nur damit man weniger Garten hat und dafür vor der Tür sein Auto parken kann? An der Größe der Insel kann es jedenfalls schon mal nicht gelegen haben…

Ansonsten war das auch sehr hübsch, aber das Wetter nur so mäßig und die anderen beiden bisher besichtigten Inseln fand ich schöner. Aber: Häkchen dran;)

Weiterhin muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich trotz der Nähe zwar schon oft durch Sandnes gefahren bin, aber dort noch nie angehalten habe. Auch diesen unhaltbaren Zustand haben wir beseitigt indem wir dort (gemäß Werbung) Norwegens längste Einkaufsstraße entlangschlenderten. Das war ganz nett, aber wäre ich ohne dies Erlebnis umgezogen wäre ich auch nicht gestorben. Ich hatte außerdem einen Anfall von Verschwendungssucht und kaufte ein ganze Tüte Basilikum auf diesem Ausflug…man mag diesen finanziellen Exzess ja kaum glauben 😀

Süße Gärtnerei

Danach waren wir am Vaulen Badeplass, das ist immer wieder sehr schön. Bei den aktuellen Temperaturen wirds es allerdings nix mehr mit dort nochmal baden gehen…oder man muss halt doch noch härter werden;)

Wir besichtigten weiterhin (es ist ja nicht so, dass man uns Faulheit vorwerfen könnte) den neuen Grapahuk am Fisketjørn in Gramstadt. Das war allerdings bemerkenswert unspektakulär.

Deutlich schöner wars dann am Lutsivatnet und der dortigen Alsnes Friluftsområde. Da hätte man durchaus auch schonmal früher hinfahren können. Und ich würd auch gern nochmal dort paddeln..aber es sind nur noch 3 Wochen, das wird also eher schwierig…

Und dann hatte ich der Heldenoma noch versprochen, dass wir zusammen wandern gehen und mich auch wirklich schon wochenlang drauf gefreut was ich ihr hier alles zeigen will. Das war planungsmäßig nur irgendwie leider ein verhältnismäßiges Drama, weil ich natürlich die schönste aller Wanderungen aussuchen wollte, es aber dreisterweise an allen Orten wo man schöne Aussicht hatte noch massig Schnee oder unüberwindliche Schmelzbäche gab. Und auf der Hütte wo ich ursprünglich hinwollte, da fand natürlich exakt an den beiden Besuchswochenenden so ein Schauspiel statt, weshalb man genau dann dort nicht schlafen konnte. Da hab ich mich soooo geärgert, ich hätte da echt gern nochmal übernachtet.

Nach viel Überlegen und zahlreichen verworfenen Plänen, entwarf ich dann ein kompliziertes Konstrukt, welches es uns ermöglichte, die schöne Aussicht auf dem Weg zwischen Bakken und Bratteli (die mMn auch nicht sooo viel schlechter als vom Preikestolen ist) doch noch mitzunehmen und dann aber halt statt in Bakken in Flørli zu schlafen. Ich war auch gaaanz fest überzeugt, dass ich alle Fährverbindungen nachgeguckt hatte…..bis auf dass ich dann – natürlich erst nach der Buchung der Hütte – feststellte, dass die Fähre von Flørli zurück voll war. Was natürlich super ist, bei einem Ort ohne Straßenanschluss…. Es folgte weiteres Hin- und Herüberlegen, dann fand ich noch ne Tourifähre, mit der wir zum 10-fachen Preis trotzdem weg kamen. Vielleicht hätte ich das als Zeichen sehen sollen, den Plan doch nochmal zu ändern…hab ich aber nicht. Was dann den Effekt hatte, dass wir am Bakken Kai anlegten – und uns 350 Leute auf dem schmalen Pfad nach oben entgegen kamen. Das war eine Freude!! Gut, dass das Schauspiel genau in der gleichen Minute aufhörte als wir da anlegten (wozu wohlgemerkt extra noch die Tourifähre, die die 350 Leute da hingebracht hatte ablegen musste)…. Wir brauchten also seeeeeehr lange bis wir oben waren. Und ich musste mir seeehr oft eine launige Antwort auf dem Kommentar, dass wir ja wohl in die falsche Richtung gingen und hätten wir was vergesssen, haha, ausdenken. Was bei mir schon leichte Stressanfälle auslöste, weil wir ja auch nicht soooooo viel Zeit hatten, bis uns unsere Fähre in Bratteli wieder abholen würde…

Aber wir schafften es dann immerhin doch irgendwann zur Aussicht. Die war dafür dann aber auch wirklich ganz untadelig 🙂

Leider hatten wir sie nicht ganz alleine für uns, denn offensichtlich waren Teilmengen der Schauspielbesucher nicht abgereist. Unter anderem jemand, der sich im Nachhinein als der DNT-Verantwortliche für Wege und Hütten herausstellte. Und der uns mitteilte, dass auf unserem Weg nach Bratteli eine potenziell gefährliche Treppe lag, bei der die Stufen verrottet seien. Das trug nur eingeschränkt zu meiner Entspannung bei muss ich sagen.

Wir brachen also halbwegs zügig auf um uns das Elend mal anzusehen. Und da ging es in eine echt tiefe (und großartige) Schlucht. Und die Treppe war auch wirklich rott. Aber zum Glück nicht gefährlich und noch gut gangbar. Puh, Glück gehabt!

Da ist die Übeltäterin

Danach war zwar der Weg nach Bratteli noch etwas unklar, aber auch das konnte uns nicht stoppen;)

Und am Ende mussten wir sogar noch auf die Fähre warten….

Die Spannung hatte für diesen Tag aber noch kein Ende, denn wir mussten ja noch unsere Hütte in Flørli beziehen. Nachdem uns die Hyttevakt schon am Kai auflauerte und namentlich ansprechen konnte (ich war sehr perplex woher der wildfremde Mensch mich kennt), gab es erstmal ein Eis, denn schließlich war es der zweite Tag mit mehr als 20° dieses Jahr;) Ich hatte vorab Betten gebucht und es gab zu dem Zeitpunkt tatsächlich noch ein freies Zweibettzimmer. Voll passend dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn. Das war dann bloß leider das Durchgangszimmer zum Spielzimmer, hatte zu selbigem keine Tür und zudem noch kein Fenster (da war es nicht so super mit den 20° ….). Hmmm….so hatte ich mir das nicht mit der DNT-Hüttenprämiere der Heldenoma vorgestellt, denn normalerweise hat man voll schöne Aussicht und Wasserfallrauschen und solche Dinge…seufz… Kurz etwas bedröppelt, aber dann auf zum Sonnenfelsen um die Ecke, Sonne genießen, ziellose Kanus auf dem Wasser beobachten und relaxen. Das war dann sehr schön:)

Noch die seltsame Hochzeit besichtigt und dann, weil der Fjord hier irgendwie nicht so schön zu erreichen war, stattdessen noch in den Wasserfall gehopst. Der brachte Schneeschmelzwasser und war…naja…auf jeden Fall sehr erfrischend;) Und dann tatsächlich trotz Fenstermangel halbwegs akzeptabel geschlafen.

Bis dann um ziemlichfrüh jemand die Tür zum Spielzimmer aufriss um da hektisch aufzuräumen. Äh..hallo? Der Morgen war dann bemerkenswert unentspannt, weil die Dame schon ein paar Tage mit ihren Kindern da war und das Bedürfnis zu haben schien, jetzt alles supergründlich zu putzen. Also haben wir schnell ein bisschen mitgeputzt und sind dann entsetzt geflohen. Naja…so kamen wir immerhin gut aus dem Knick und konnten noch die kleine Aussichtsrunde laufen. Die war allerdings steil…konnte mich gar nicht erinnern, dass die so steil war als ich mit B. da hoch lief… Und um 11 ging ja leider schon unsere Tourifähre… Also etwas schneller geschnauft – waaaarm!

Aber auch diese Aussicht war sehr schön

Wir waren dann natürlich viel zu früh…aber das teure Teil wollten wir ja nu auch nicht verpassen, sonst ist man da ja doch sehr gestrandet.

Somit war das ein Wetter- und Aussichtsmäßig wunderschöner, anderweitig allerdings etwas stressigerer Ausflug als geplant. Aber: immerhin keine Schneefelder 😀 Immer positiv denken!

So….Mammutbeteitrag…und ich hinke trotzdem noch 14 Tage hinterher…:D

Melands Grønahei

Melands Grønahei

Am Wochenende hatten der Heldenmann und ich Freigang und ließen das völlig überdrehte Heldenkind bei den Großeltern um nochmal eine Runde ins Fjell zu fjellen. Eigentlich wollten wir zelten, aber es war windig und ich hatte keinen Bock zu packen und deshalb nahmen wir uns eine Hütte vor, auf der wir noch nicht waren und freuten uns auf warmen Kamin am Abend:)

Die Strecke hatte ordentlich Höhenmeter, nen spektakulären Meteoritenkrater (naja … von oben hat man ihn schon gesehen) und sonst auch sehr viel Abwechslung. Erst Schafe, dann Wald, dann Sete, dann an einem See lang und schließlich eine erstaunliche Menge Schneefelder, die in allen möglichen und nicht-ganz-so-möglichen Winkeln überquert werden mussten. Achja, durch nen Bach waten musste man auch noch.

Und die letzten zwei Stunden dann Fjell und Schnee und Weite und Wind. Das war wirklich eine sehr schöne Tour und eine niedliche Hütte am Ende.

Gemäß Buchungsapp sollte die mit 12 Leuten auch gut ausgebucht sein, denn für uns war nur noch auf dem Hems Platz. Aber nachdem wir sehr lange die Stille genossen, Lecker gekocht und gemütlich vor dem Ofen gelesen hatten, war es irgendwann 9 und als dann immer noch keiner da war zogen wir doch in eins der Zimmer:) Wer hingegen da war, war der Piep-Vogel – der war sehr empört und beschimpfte uns jedes Mal ausgiebig wenn wir die Hütte verließen, sogar Nachts um 4;)

Hütte außen
Hütte innen:)

Am nächsten Morgen gab es dann sogar noch ein bisschen Schnee, aber dann nur noch Niesel und gutes Gehwetter für den Rückweg. Bis auf die Tatsache, dass wir dann noch 45 min wegen eines Radrennens durch Stavanger irrlichterten war das alles sehrsehrschön und unglaublich angenehm ruhig:)

30.05.2022

30.05.2022

So! Die Kinderhorden sind fort und nach nur knapp 1.5h putzen war unser Wohnzimmer auch wieder bewohnbar…Holla! Da hat es nach einigen Studentenpartys schon weniger schlimm ausgesehen. Sonst lief es aber recht gut, erst alle mit Hot Dogs versorgt, dann Indoor-Schatzsuche, dann Kuchen und dann entgleiste es etwas, was den Effekt hatte, dass am Ende alles voller Süßigkeitenpapier und Chipskrümel war:) Die letzten 10 min durfte dann einfach noch Film geguckt werden und dann war es auch schon geschafft. Gut, dass das nur 1.5 Stunden dauern muss;)

Ansonsten sind gerade die Heldengroßeltern zu Besuch und wir somit gut beschäftigt. Donnerstag gab es Geburtstagsnachfeier, den ersehnten Ninjagodrachen und sehr viel Lego Technik. Wir haben so ein paar Motoren dafür gekauft (denn das Heldenkind hat große Pläne), aber wenn man noch nie was mit Lego Technic gebaut hat ist es gar nicht mal trivial irgendetwas daraus zu bauen, was nicht beim einschalten des Motors explodiert und seine Einzelteile im ganzen Zimmer verteilt:D Aber nach ein paar Versuchen hab ich schließlich auch ohne Anleitung ein fahrfähiges Fahrzeug hinbekommen. Nächste Aufgabe: Lenkung. Muahahaha! Witzig auf jeden Fall!

25.05.2022

25.05.2022

Viel los hier: Samstag war Kindergeburtstag eines Nachbarkindes und gleich danach International Day bei der Heldenmannarbeit, beides mit Hüpfburg. Wir dachten es läge am Dauerhüpfen, dass das Heldenkind so kaputt war, aber nein, am Sonntag hatte er Kopf- und Halsweh und ziemlich ordentliches Fieber und uns schwante schon, dass es mit dem Heldenkindgeburtstag am nächsten Tag eher nichts werden würde. Und er hatte sich so sehr drauf gefreut…das tat mir so unglaublich leid! Unsere Geschenke sollte es zwar eh erst Donnerstag geben, aber er hatte Montag so doll Halsweh, dass er nicht mal Muffins essen mochte. Dienstag dann noch schön das Schulfest verpasst, aber heute ist er zum Glück wieder fit. Morgen gibts dann mit den besuchenden Heldengroßeltern Nachfeierei Nr. 1 und Montag kommen die Kinderscharen – da kommen wir nicht drumrum um die Aktion;)

18.05.2022

18.05.2022

Es passieren hier ja immer mal wieder neue Gruseligkeiten. Letzten Donnerstag nach dem Judo z.b. radfuhr das Heldenkind auf dem Bürgersteig und ich daneben auf der Straße. Für einen Moment war ich zwei Meter voraus, höre ein Scheppern, gucke nach hinten und sehe das Fahrrad des Heldenkindes unter einem Auto – und dann eine Schrecksekunde später zum Glück das Heldenkind auf dem Bürgersteig. Ich habe keine Ahnung wieso er umgekippt ist, aber was für ein Riesenglück, dass er in die richtige Richtung gekippt ist…manmanman… Das Rad lässt sich auch reparieren, das war also einfach unfassbares Glück! Puuh….

Weniger gruselige Dinge waren aber auch, z.B. die Aufführung mit der Kulturskole am Freitag. Da hatte ich ein bisschen Angst, dass es nichts wird weil die Rückmeldungen der Lehrer bezüglich des Sozialverhaltens von Herr Kind auch eher durchwachsen waren – aber er hat bei dem Auftritt super mitgemacht und es war voll schön. Viele Herzchen in den Augen. Was ich übrigens sehr witzig finde, ist dass das Heldenkind da der einzige Junge ist. Lernen die Jungs hier keine Instrumente? Dieses Schuljahr gab es zwar eher Theater, Rhythmuszeugs und Chor, aber in der zweiten Klasse gibts dann Noten und Flöte (das Heldenkind ist sehr zerknirscht da nicht mehr dabei zu sein, allen Beteuerungen, dass es sowas in D auch gibt zum Trotz). Eine weitere Seltsamkeit… Und was ich auch seltsam finde, ist das dem.Heldenkind die Kulturskole total wichtig ist, aber er trotzdem schlecht mitmacht…Hmmhmm…

Am WE war Klamottenkauf für den 17. Mai, Schwimmen üben, Spielen mit dem KiGaKumpel, sowie ein weiterer Geburtstag in Leos Lekeland angesetzt. Ich muss ja gestehen, dass wir jetzt auch geguckt haben ob wir die Feier dort machen. War aber zum Glück voll;)

Gestern war dann 17. Mai und das Heldenkind sollte mit der Schule im Barnetog mitgehen (ein Umzug, wo alle Schulen und ihre jeweiligen Spielmannszüge (Korps genannt) laut singend und Fahneschwenkend durch die Stadt marschieren). Im Vorhinein hielt sich die Begeisterung in Grenzen, aber dann durfte das Heldenkind mit zwei anderen vorne gehen – und die Verantwortung hat er sehr ernst genommen und das supergut gemacht. Mehr Herzchen:) Der Heldenmann und ich mussten aber seeehr lange warten bis wir jubeln konnten, denn die Heldenkindschule kam fast ganz zum Schluss. Das Ganze dauerte am Ende fast 3 Stunden (und das bei sehr ordentlichem Marschiertempo), ich will mir gar nicht vorstellen wie das in Oslo ist;)

Da kommt die Heldenkindschule endlich!

Dann gab es viiiel Eis, Hinderløype mit Sackhüpfen, Eierlauf und co im Stadtteil, mehr Eis und dann raffte ich mich auf mir noch den Folketog anzuschauen, während die beiden Herren eher entspannen wollten. Das war tatsächlich auch schön, da laufen die ganzen Vereine mit und es gibt lustige Vorführungen von Rollerski-Rennen und Cheerleader-Würfen (wofür extra eine riesige rollbare Matte mitgeschleppt wurde) dazwischen. Und viel Korps und Singen und alles rødt, hvit og blå, so wie es sein muss. Und viele schöne Bunads. Und ich mag einfach die Stimmung weil es so unglaublich friedlich und fröhlich und exzessfrei ist:) Dann waren wir noch bei den Nachbarn, es gab Eis Nr. 5 für das Heldenkind (man muss offenbar als Kind am 17. Mai so viel Eis und Würstchen essen wie möglich – da wollten wir nicht außen vor bleiben;)) und dann war ein sehr schöner Tag vorbei und alle sehr müde:)

11.05.2022

11.05.2022

Huch, die Zeit rennt…Es ist tatsächlich ordentlich was los.

Vor zwei Wochen war das Heldenkind das erste Mal beim Judo und ist sehr begeistert. Jetzt ist er fest entschlossen erst einen schwarzen Gürtel in Judo zu machen, dann in Aikido (womit der Heldenmann zeitgleich anfing) und dann in Spinjitzu (falls es jemand nicht kennen wollte: Ihr Seeligen! Wenn ihr euch in KinderTV-Sendungen bilden wollt, dann googelt mal Ninjago ;)). Ich bin aber zuversichtlich, dass er, wenn er die ersten beiden Gürtel geschafft hat, evtl. alt genug ist um auf den dritten nicht mehr so viel Wert zu legen…

Ansonsten liegt dem Kinde zumindest die Schule wirklich nicht so sehr…seufz. Viiiiiele Diskussionen. Mäßig begeisterte Rückmeldungen von den Lehrern. Immerhin kaum noch Stress um die Hausaufgaben. Das machen wir ganz stumpf immer exakt gleich, dann tritt zum Glück ein gewisser Gewöhnungseffekt ein:)

Ansonsten waren wir noch auf einem Schulfest auf einer Art Bauernhof – zumindest war es ursprünglich mal einer, jetzt gibt es da allerlei Kleintiere exotischer Art, von Schlangen über Chinchillas bis zu sehr zahmen Aras. Und ein Streichelgehege mit Kaninchen. Himmel taten mir die armen Viecher leid, als zwei Schulklassen Erstklässler über sie herfielen! Normalerweise ist da wohl wer zum Aufpassen, an dem Tag aber nicht… und vielen Eltern war das auch irgendwie egal was ihre Kinder da so trieben … arme Kaninchen! Aber das Heldenkind war tatsächlich eines der vorsichtigsten, da war ich ganz stolz. Weiterhin gab es da so einen Goldgräberkanal mit fließendem Wasser und das war eh noch viel spannender als alle Tiere – Herr Kind braucht eigentlich nix außer Wasser und Matsch zum glücklich sein:)

Am Sonntag war ich turorientering-tur in Tananger machen – noch so ein Ort den ich sonst nie besucht hätte. Allerdings hatten sehr viele Leute zeitgleich denselben Plan, und im Pulk Posten zu suchen ist…öh…naja. Schwierig ist es ja auch so nicht, aber dann ist es nur noch Spaziergang;)

Aber ein Spaziergang in der Sonne! Nachdem es fast zwei Monate kaum geregnet hatte und alles knochentrocken war, gab es letzte Woche dann endlich genug Regen (und diese Woche auch) und somit konnte man die Regenpause am Sonntag ohne schlechtes Gewissen genießen. Auch wenn es, sobald man in den Wind kam, trotzdem eisekalt war…brr!

In zwei Wochen hat das Heldenkind Geburtstag. Will man nicht in Leos Lekeland oder den Trampolinpark, dann ist man verpflichtet aus Gleichbehandlungsgründen entweder die ganze Klasse einzuladen (Spoiler: das macht keiner;)) oder eine homogene Gruppe, wie zum Beispiel (tadaa!): alle Jungs. Ich frage mich, ob man durch diese extreme Trennung von Jungs und Mädchen nicht mehr kaputt macht, als wenn man halt die 5 besten Kumpels beiderlei Geschlechter einlädt. Wenn 20 Kinder uneingeladen übrig bleiben, ist das Trauma der Zurückweisung vermutlich geraaaade noch beherrschbar….Somit müssen wir aber nun also 10 wilde Jungs einladen. Weil diese Kindermengen keiner lange aushält, tut man dies gemäß norwegischer Sitte dann auch nur für 1.5 Stunden. Das reicht zum Kuchen und Würstchen essen und einmal das Haus verwüsten, aber nicht um sinnvoll draußen was zu tun. Wobei ich mich ohne gut eingezäunten Garten eh nicht mit so vielen Kindern raus trauen würde, bei mindestens zwei weiß ich nämlich, dass die null hören und vermutlich nach 2 Sekunden über alle Berge sind. Keine Ahnung wie man diese Aktion am Besten über die Bühne bringt…man muss sich das gut überlegen mit dem Kinder kriegen…;)

1.5.2022 – Viglesdalen

1.5.2022 – Viglesdalen

So langsam nähert sich schon der Rückumzug und es gibt noch sooo viel was ich eigentlich sehen will. Z.B. wollte ich schon seit zwei Jahren ins Viglesdalen, aber die Hütte war coronabedingt einfach immer ausgebucht.

Nicht so am letzten WE:) Ich fragte also mehr so alibimäßig das Heldenkind, ob es mit mir auf hyttetur gehen will und zu meinem unfassbaren Erstaunen sagte er einfach so ja. Keine Bedingungen, kein wenn und aber…ich war ganz baff. Er erzählte mir dann, dass er letztes Jahr nicht so gern wandern wollte, weil er immer Angst hatte nochmal verloren zu gehen (achach!) und aber eigentlich sehr gerne möchte. Also haben wir einen Notfallplan ausgearbeitet und seine Hosentaschen mit Messer mit Pfeife, Rettungsdecke und Müsliriegel bestückt. Derart ausgerüstet liefen wir dann Samstag mittag los ins Viglesdalen. Das ist tatsächlich gar nicht so weit weg von uns und eine sehr schöne, wenn auch mit einigen Steigungen versehene Tour. Wir hatten tolles Wetter, das Heldenkind genoss es sehr, dass ich ganz viel Zeit für Redespiel hatte, und Wasser zum Dämmebauen und Ameisen zum mit-Apfel-füttern gab es auch. Nur Fotos hab ich wie üblich wieder viel zu wenige gemacht;)

Einer von drei großen Wasserfällen im Tal

Im Tal gibt es eine alte und eine neue Hütte, und da die neue schon sehr voll war, nahmen wir halt die alte. Da war dann auch nur noch ein Pärchen mit Hund mit drin, aber das Heldenkind beschloss, dass wir trotzdem oben auf dem Schlafboden schlafen würden und nicht in einem der Zimmer. Auch ok:) Wir kletterten also noch ne Runde auf den Findlingen und bauten ein Boot für den Bach und dann merkte man aber auch an den Temperaturen, dass man ein paar hundert Meter weiter oben war ….brr! Das Heldenkind merkte an dem Abend weiterhin, dass Glasscheiben von Öfen auch sehr heiß werden – aua!

Am nächsten Morgen war das Wetter sogar noch schöner, es ging nur bergab, das Heldenkind spielte sehr lange in einem rauschenden Bach und wir fanden unfassbar viele Kaulquappen. Ich wollte ja eigentlich keine mehr(weil geschützt), aber dann sahen wir welche, die in einem Fußabdruck mit sehr wenig Wasser drin sowieso am nächsten Tag ausgetrocknet wären – und somit haben wir jetzt doch wieder 6 niedliche Kaulquappen als Mitbewohner;) Ich gewinne somit keinen Preis für Konsequenz…aber die sind schon echt sehrsehr süß. Und diesmal sterben uns auch keine und sie werden rechtzeitig freigelassen:)

Alte Brücke – hier war wohl früher viel Schafzucht
27.04.2022

27.04.2022

Der Frühling kommt hier in Norwegen immer sehr rasant wenn es denn endlich soweit ist. Vorher ist überall nur das vertrocknete graue Gras vom letzten Jahr aber kaum sind die Temperaturen mal über 10° ist dann alles voller Blumen. Auf der zweiten Halbinsel ist der komplette Wald voller Buschwindröschen, das ist sooo schön! Und die kleine gelbe Blume deren Namen ich immer vergesse nimmt allen restlichen Platz ein (abgesehen von der Bärlauch-Ecke – aber da die am Weg liegt und ich da öfter Hunde sehe….Nee!).

Und ansonsten füllt sich auf wundersame Weise plötzlich der Kalender ganz selbstständig mit Terminen. Ich bin das gar nicht mehr gewöhnt – plötzlich sind Veranstaltungen zu denen man eingeladen ist und irgendwelche Aktionen von der Schule und schwupps muss man sich gar nicht mehr an jedem einzelnen Tag irgendwelche Beschäftigung ausdenken…

Somit waren wir am Samstag auf so einem Sporttag, wo Kinder ganz viele Sportarten testen können und das Heldenkind ist Feuer und Flamme für Kampfsport und insbesondere für Judo, weil sie da nämlich Erwachsene „werfen“ durften. Da gehen wir also morgen zum Probetraining und dann mal gucken wie lang die Begeisterung hält, wenn man erstmal wochenlang hinfallen übt…:D Aber ich freu mich trotzdem und hoffe es ist toll!

Und abends waren wir dann gleich noch von des Heldenmannes Arbeit zum essen eingeladen. Da radelten wir ganz optimistisch um 6 hin (man denkt ja mit so nem 3 Gänge Menü ist man in 2.5 Stunden ggf auch durch) und dann um 21:30 im Halbdunkeln (weil wir ja noch Nachtisch essen mussten) mit Notlicht am Heldenkindrad wieder zurück. Ich mag ja Dynamos, da kann man wenigstens nie das Licht vergessen;) Aber das Heldenkind hatte sich den Nachtisch auch redlich verdient, er hat sich bis auf ein paar Entgleisungen (wie z.B. einem sehr lauten Gähnen bei der Rede – ich glaube auch nicht, dass er vorher je mal eine absitzen musste :D) wirklich mustergültig benommen. Sehr stolz!

Am Freitag davor waren es einen Tag lang unfassbare 20° und wir haben sowohl angegrillt (alle), als auch angebadet (das Heldenkind bis zum Knie und ich ganz;)).

Sonntag Turorientering, heute Kindergeburtstagseinladung – es ist echt ordentlich was los und aktuell finde ich es noch richtig toll:)

24.04.2021 – Turorientering Finnøy

24.04.2021 – Turorientering Finnøy

Heldenmann und Kind waren im Hochselgarten klettern und ich hatte somit Freigang, whoopwhoop! Ich hab mir für dieses Jahr vorgenommen, möglichst viele Wanderungen ohne Auto zu machen und tatsächlich gab es eine Turorientering Runde auf Finnøy, die mit der Kombination Fahrrad – Fähre – Fahrrad in annehmbarer Zeit zu erreichen war. Da ich über Finnøy nur mal mit dem Auto rübergefahren bin, erschien mir das also als gutes Ziel. Auch wenn ich etwas daran zweifelte, ob das mit Winter&CoronazuHausehockbedingt mangelnder Fahrrad-Fitness so ne super Idee ist zu einer Wanderung mit dem Rad zu fahren. Besonders wenn man so gerne Hügel mag wie ich…

Trotzdem unverzagt bei schönster Frühlingssonne und 11° losgeradelt und dann erstmal die Aussicht von der Fähre genossen. Beste Reiseart ever:) Von Judaberg waren es dann auch nur noch 5 km mit dem Rad, mit einer netten langen Abfahrt in der Mitte und einem Berg der Kategorie Vielzusteil am Ende. Bei letzterem hab ich das Rad einfach unten gelassen, aber leider weiß man ja schon, dass sich die gemütliche Abfahrt vom Hinweg auf dem Rückweg in eine fiese Steigung verwandelt…also gedanklich schonmal 15 min mehr eingeplant und dann an einem niedlichen Hobbithaus vorbei auf den Teigen gestiefelt.

Von oben hatte man eine tolle Aussicht auf schneebedeckte Berge hinter Fjord, nur fotografieren ließ sie sich schlecht.

Die Wegpunkte waren prinzipiell zwar leicht zu finden, die Herausforderung war es aber dann den Weg über die zahlreichen stacheldrahtbewehrten Schafszäune zu finden. Ich lief also viiiele Umwege an diesem Tag….;)

Trotzdem rechtzeitig alle 10 Punkte abgegrast, im Schneckentempo die fiese Steigung hochgekräucht und dann nach der Fährfahrt schön nochmal 5 km nach Hause geradelt – das Radfahren war auf diesem Ausflug definitiv der anstrengendere Teil;)