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Kategorie: Unterwegs

Lindøy

Lindøy

Heute war ich auch ganz spontan und zur Feier des schönen Wetters nochmal ein bisschen unterwegs und habe dabei festgestellt, dass die zur Stadt gehörenden Schäreninseln offenbar zu den mit öffentlichen Verkehrsmitteln am einfachsten erreichbaren Frilufts-Bereichen hier in der Gegend gehören. Wer hätte das gedacht – fix mit dem Rad in die Stadt und in 15 Minuten ist man mit der Fähre da! Also habe ich heute mal Lindøy besucht, denn die hat Wanderwege und sah auf der Karte sehr bewaldet aus. All die zahlreichen Senioren auf meiner Fähre (auf der man übrigens sehr Coronatauglich draußen sitzen kann;)) stiegen auf Langøy aus und somit hatte ich die Insel ganz für mich alleine. Die ist allerdings auch sehr überschaubar und in der Zeit zwischen zwei Fährabfahrten ( 2h) kann man sie auch zweimal umrunden. Im Sommer kommen wir hier aber definitiv mal zum Angeln, Krabben fangen und am Wasser spielen her, das ist nämlich alles sehr hübsch hergerichtet dort.

So war es einfach nur sehr ruhig und still und friedlich.

Dalsvågen

Dalsvågen

Da ich immer noch Lust auf draussen sein habe (hier nennt man diesen Bedarf Friluftsliv;)), haben das Heldenkind und ich gestern etwas typisch norwegisches getan und waren spontan ne Runde zelten. Irgendwie hatte ich bisher immer Zweifel, dass ich das ganze Zeug alleine schleppen kann, aber mittlerweile haben wir echt leichte Ausrüstung. Das war für eine kurze Strecke also gar kein Problem.

Ziel war eine kleine Bucht mit Sandstrand bei Dale, die allerdings offensichtlich sehr beliebt ist: nach und kamen nämlich noch 3 weitere Gruppen an, 2 Familien, aber offensichtlich ist „einfachmalzelten“ auch etwas, was man hier mit seinen Kumpels unternimmt. Im Ablauf waren sich aber alle recht einig: Abends ankommen, Zelt aufbauen, Lagerfeuer machen, spät schlafen gehen und morgens um 10 waren alle wie von Zauberhand wieder verschwunden und die Tagschicht kam an (also Leute die mit ohne Zelt tagsüber Feuer machen wollen;)). Grundsätzlich haben wir das ähnlich gemacht, nur war unser Lagerfeuer kleiner. Erstens weil wir nur Würstchen grillen wollten und kein Riesenfeuer brauchten und zweitens weil dies ein sehr Trumpgefälliger Wald war: Aufgrund der geringen Entfernung zum Lagerplatz war hier nämlich sämtliches Totholz fein säuberlich zu Lagerfeuern verarbeitet worden. Selten sah ich einen so aufgeräumten Wald – die Finnen wären stolz auf uns! Während die motivierten Norweger mit Äxten bewaffnet waren und das Holz aus größerer Entfernung heranschafften und/oder ikeatütenweise Brennholz dabei hatten, beschränkten wir uns also auf Zweige und Treibholz;)

Unser kleines grünes Zelt

Ansonsten hatte ich nix zu kochen mit und das war super entspannt. Das Heldenkind hat ja oft nicht so richtig Lust zu helfen (und zum alleine spielen auch nicht;)) da wird das sonst schnell etwas stressig mit kochen und abwaschen. Wobei er diesmal aber immerhin supergut beim Zelt mitgeholfen hat – wird also langsam;) Das war also insgesamt alles sehr schön und das machen wir bald nochmal. Und ein Ein-Personenzelt für Sarah-allein-im-Fjell ist auch im Beschaffungsprozess:)

Skredå – Støle – Skredå

Skredå – Støle – Skredå

Meine erste Übernachtungstour alleine! Wenn ich Freitag morgens losfahre und Samstag zurückkomme muss der Heldenmann nur 26 h aufs Kind aufpassen und man ist trotzdem so richtig vollkommen weg von allem. Da muss man also fast gar kein schlechtes Gewissen haben finde ich 😀 Vielleicht mache ich das jetzt einfach öfter!

Momentan muss man ja Coronabedingt alle Fjellhütten vorbuchen und somit hatte ich schon vor einiger Zeit einen Platz in Støle gebucht, denn alles andere was ich mir so ausgeguckt hatte war schon voll. Eigentlich war ich dann noch die ganze Woche unsicher ob ich fahren soll, weil ich noch nicht 100% wieder fit war und Yr außerdem grauenhaftes Wetter vorausgesagt hatte, aber zum Glück bin ich dann doch noch gefahren 🙂

Der Weg von Skredå nach Støle geht zunächst eine halbe Stunde an einem ziemlich hässlichen Schotterweg entlang und auch wenn sich die Ausschilderer sehr viel Mühe gegeben haben möglichst weit davon wegzubleiben, waren sie aufgrund der begrenzten Talbreite nur mäßig erfolgreich. Dann wird es aber schöner und die nächsten 3.5 h geht es an verschiedenen Bächen und Flüssen entlang durch die Täler.

Aussicht gibt es hier nicht so viel, dafür aber Bäume die ganz wundervoll herbstlich bunt waren:) Und kostenlos dazu noch reichlich Moor, da bleibt kein Fuß trocken! Zum Glück war aber Hütte und kein Zelt angesagt und somit war das alles halb so wild.

Gut getarnte Hütte;)

In der Hütte waren wir dann auch nur zu dritt, so dass jeder sein eigenes Zimmer haben konnte. Keine Ahnung wie die das bei großen, vollen Hütten machen… Und obwohl die beiden Herrschaften ganz nett waren wurde es doch erst richtig gemütlich als sie dann (zum Glück früh) im Bett verschwanden:)

Leider standen sie dann allerdings auch um 6 wieder auf… Hat doch auch Vorteile so ein Zelt;)

Entgegen aller Vorhersagen gab es Nachts keinen sinnflutartigen Regen und vom Sturm war auch nicht viel zu merken. Statt dessen gab es morgens strahlenden Sonnenschein und tolle Herbstluft und der Weg zurück war richtig toll. Ein Glück, dass ich doch losgegangen bin:)

Flørli #3

Flørli #3

Man merkt, dass man schon länger wo wohnt, wenn sich die Ausflüge wiederholen… Freitag stand (trotz Regen und Gewitter bei der Abfahrt) noch einmal der Lysefjord auf dem Programm, denn der ist einfach bei jedem Wettwr schön! Es hörte auch zeitweise auf zu regnen und war dann einfach nur noch unfassbar windig. Trotzdem hab ich die Gelegenheit ohne Kind mal ausgenutzt und die ganze Fährfahrt draussen verbracht:) In Flørli tut sich einiges und seit letztem Jahr sind noch mehr ausgewiesene Wanderungen dazu gekommen. Der Heldenschwesterfreund und ich entschieden uns für die Wanderung zum Flørlineset. Da ging es ordentlich bergauf und gerade mit (den leider dann doch notwendigen) Regensachen war es eine schweisstreibende Angelegenheit. Dafür war es aber auch sehr schön, zum Abschluss gabs noch Fischsuppe im Café und dann ganz durchgepustet und zufrieden wieder zurück.

Auf dem Rückweg sammelten wir dann noch zwei deutsche Studenten auf, die wegen Knieproblemen die Lysefjorden Rundwanderung abgebrochen hatten. Bei den aktuellen Wetterverhältnissen ggf nicht die dümmste Idee;) Die hatten sich irgendwie mit der Fähre vertan und wären dann am Ende der Welt (Lauvvik) hängen geblieben, also haben wir die noch nach Stavanger zum Campingplatz gebracht. Die gute Tat des Tages:)

Preikestolen #2

Preikestolen #2

Seit Dienstag ist die mittlere Heldenschwester samt Freund zu Besuch und deshalb stand am Mittwoch (dem letzten halbwegs regenfreien Tag) noch einmal der Preikestolen auf dem Programm. Diesmal war es deutlich voller und somit ging es in Kolonne nach oben. Die Heldenschwester ist sonst eher nicht so bergaffin, aber „muss man gesehen haben“ war ausreichend Grund und somit schlug sie sich wacker und oben waren wir dann alle entsprechend stolz und euphorisch. Und die Aussicht ist auch mit vielen Leuten noch toll. Neue Erfahrungen: Zum ersten Mal gesittet in der Selfieschlange angestanden;)

Ich komme also nochmal wenn wieder Kreuzfahrtschiffe fahren und gucke wie lang sie dann ist;)
Lutsivatnet

Lutsivatnet

Am Sonntag waren wir endlich auf dem Lutsivatnet paddeln. Jedes Mal wenn man von Gramstad aus auf den Berg gestiegen ist, hat man die Aussicht darauf genossen und jetzt wollten wir den See (bzw. eigentlich sind es mehrere zusammenhängende Seen) endlich mal angucken.

Also unser rotes Boot eingetütet und extra früh los um Parkplatzplobleme zu vermeiden. Das klappte auch gut, dafür war dann aber Nebel statt dem angesagten Sonnenschein. Prinzipiell ist so eine Athmosphäre ja auch sehr magisch. Das dann allerdings eher nicht mit Kind im Boot welches lautstärkebedingt noch mehrere km entfernt zu hören ist…

Nebelstimmung

Während das paddeln eher deutlich unharmonisch war, war unsere Pause auf einer kleinen Insel eigentlich sehr schön. Das Heldenkind und ich spielten und der Heldenmann machte uns leckeres Pfannenbrot mit Würstchen. Ein Mann der gern draußen kocht ist sehr zu empfehlen;)

Am Lutsivatnet gibt es deutlich mehr Hütten als man von oben so sieht. Einsam ist es also eher gar nicht. Das hatte aber auch den Effekt, dass man lustigen Gefährten begegnete (wie z.b. einem riesigen(!) geflügelten Einhorn-Ruderboot oder dem ineffektivsten Dreierkajak, dass ich je sah (ein bedauernswerter Vater mit zwei Teenie-Töchtern, der in wilden Schlangenlinien über den See irrte und am Ende dann alleine paddeln musste)). Es gibt an der Südseite einige Campingmöglichkeiten, allerdings ist das Wasser sehr algig und trüb, nach dem Coronasommer ist alles etwas wüst und insgesamt ist mein Fazit: Lieber im Frühling nochmal kommen 😉

Jernaldergården

Jernaldergården

Ich gehe etwas nach;) Als eines der wenigen Museen in Stavanger die uns noch fehlen waren wir am Samstag im Eisenzeitdorf. Eigentlich seltsam, denn das liegt uns interessenmäßig sehr gut;) Zum Besuch selbigen Museums radelt man zunächst ganz ordentlich bergauf, was das Heldenkind aber komplett selbst bewältigte. Das Museum besteht eigentlich nur aus zwei Langhäusern, die zwar sehr cool direkt auf der Ausgrabungsstätte wiedererrichtet wurden, allerdings Stadtentwicklungsbedingt nun direkt neben drei riesigen Hochhäusern stehen. Ich muss sagen, die Immersion auf der Turmhügelburg ist etwas tiefer 😀

Aussicht mit ohne Hochhäuser

Das Heldenkind bekam am Eingang einen Zettel mit Dingen die es im Museum finden sollte ausgehändigt und war ab diesem Augenblick ausschließlich daran interessiert diese schnellstmöglich ausfindig zu machen. Die historisch gewandeten Mitarbeiter die ihm tolle Geschichten erzählen wollten und alles andere war gänzlich uninteressant (das einzige was er sie fragte war wo die Sachen sind ;)). Das war ein bisschen lustig. Ansonsten: Klein aber fein!

Urlaubszusammenfassung 2020

Urlaubszusammenfassung 2020

Obwohl die Vorzeichen aufgrund von Jetztdochnichtjob und Regen deutlich schlechter waren als letztes Jahr (ok, bei längerem Nachdenken war letztes Jahr der Heldenmann noch nicht wieder ganz erholt vom Nordholzhausbesitz und ich hatte ein akutes Heldenkindbetreuungsmotivationsproblem – also auch nicht ganz ohne) war unser Urlaub wesentlich, wesentlich entspannter. Letztes Jahr kam ich aus dem Urlaub zurück und war vollkommen fertig. Dieses Jahr bin ich so ausgeschlafen, wie es eine auswärtsschlafende Sarah nur sein kann und blicke auch sogar wieder mit etwas mehr Zuversicht in die Zukunft. Wir verhungern ja nun wirklich nicht, also wirds auch ohne Job schon werden. So!

Nach reiflichem Nachdenken komme ich auf folgende Faktoren:

  • Wir sind viel weniger Auto gefahren. Außer An- und Abfahrt maximal ne Stunde pro Tag. Merke: Autofahren ungleich Urlaub
  • Wir haben versucht meistens zwei Nächte an einem Platz zu bleiben. So mussten wir seltener packen und das Heldenkind war nicht so gestresst
  • Keine Fahrräder mit. Damit lief das Autopacken und der Gepäckzugang deutlich reibungsloser
  • Dafür ein Boot mit:) Das Bootfahren war das Beste am Urlaub und alle kamen auf ihre Kosten. Außerdem können wir so heldenelternkompatible Lagerplätze in der Einsamkeit erreichen, ohne Gepäck zu schleppen und stundenlang das Kind zu motivieren. Und das Heldenkind fand es 80 % der Zeit auch super
  • Keine Sehenswürdigkeiten ansteuern. Norwegen ist (fast) überall schön und es hat sehr gut geklappt die Tour nach dem Wetter zu planen
  • Das Dachzelt darf doch bleiben. Wenn man einen Tagesausflug macht, kann man einfach alles unters Tarp stopfen. Außerdem geht der Abbau schneller weil wir besser geworden sind (und keine Räder mithaben). Mit dem höheren Auto haben wir fast Stehhöhe. Und es ist einfach unfassbar bequem und alle schlafen gut darin;)

Nicht so gut:

  • Kein Wind- und Regenschutz zum kochen. Wir hatten es mal mit Tarp probiert, aber gefroren haben wir trotzdem. Fürs Dachzelt werde ich jetzt doch mal das Vorzelt anpassen. Darin wird es ja eigentlich richtig warm, bisher kann man es nur nicht sinnvoll abspannen und dann flattert es.
  • Das wars auch schon. Huch! Weniger Wind wäre toll gewesen, aber da kann man nix machen;)

Kommt noch nicht an den Korsikaurlaub dran, aber sehr schön wars!

Sankefestivalen

Sankefestivalen

Heute hatte ich mich als Freiwillige fürs Sankefestivalen (so etwas wie ein Ernte- bzw. Sammelfest mit lokalen Produkten) gemeldet, also machten wir uns auf den Weg durch den ewig langen Tunnel rüber nach Tau und dann nach Hjelmeland. Das Festival war eher klein und es durften auch nur 200 angemeldete Gäste kommen, aber nett war es trotzdem (gefühlt waren wir allerdings mehr Freiwillige als Gäste, also war eher nicht soooo viel zu tun). Es regnete in Strömen und ich dachte schon Heldenmann und Kind würden sich fürchterlich langweilen, aber ganz im Gegenteil! Das Heldenkind gewann nämlich mal so eben nebenbei den Kinder-Angelwettbewerb und holte einen 33 cm langen und sehr bunten orangeblauen Lippfisch aus dem Meer. Mit einem Stock mit Schnur dran, an der nur ein ganz einfacher matscheschneckenbestückter Haken hing. Der Heldenmann hatte es zwei Wochen lang mit deutlich komplizierteren Gerätschaften versucht (ok, zugegebenermaßen im See und nicht im Meer), wesentlich kleinere Fische unter deutlich mehr Aufwand gefangen, und war ganz baff, dass das so einfach geht;). Heldenkind war stolz wie Bolle und kommt nun sogar in die Zeitung. Voll toll! Lecker Essen gabs auch und wir haben nach mehrjährigem Suchen nochmal ein richtig dickes Schaffell gefunden. Gut, dass wir jetzt nicht mehr auf Märkte oder Larps gehen können… Aber wenn es eines Tages wieder geht sind wir vorbereitet!

Skrelifallan

Skrelifallan

Ganz überraschend wurde heute zu einem echten Highlight unseres Urlaubs. Nach einer Helden-Gruschelkind-bedingt ziemlich unruhigen Nacht, die es auch komplett durchregnete kam morgens tatsächlich die Sonne raus. Nach dem Frühstück machten wir uns also nochmal auf zum See, wo wir gestern bei Nebelregen schonmal gewesen waren und es war so! schön!

Durch den Regen in der Nacht liefen überall kleine Bäche über den gletscherglatt geschliffenen Fels und nach 5 Minuten plantschten wir alle barfuß in den Bächen rum. Das Heldenkind war so glücklich, dass es gar nicht mehr mit singen aufhörte und am See konnten wir dann noch ganz lange in einem flachen Wasserfall baden und spielen. Erwähnte ich schon wie schön es war?

Nach sehr langer Zeit rafften wir uns dann auf, balancierten auf Steinen über Flüsse und matschten dann barfuß weiter zum Ziel der Tour, einem Wasserfall, der bis runter zum Fjord ging.

Da es deutlich Nachmittag war und für Abend/Nacht wieder reichlich Wolken angesagt waren, liessen wir es dann dabei beruhen, aßen noch ein Eis in Flekkefjord und machten uns auf den Weg nach Hause. Morgen soll es eher bedeckt sein, da räumen wir auf und Samstag hab ich mich zum helfen für eine Veranstaltung vom DNT gemeldet. Da kommt der Rest mit und Sonntag unternehmen wir dann nochmal was.

Bis auf den Regen am Anfang ein toller Urlaub:)