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Kategorie: Unterwegs

Veraland

Veraland

Ab Montag soll es regnen, also schnell noch das potenziell letzte Sommerwochenende genutzt und nochmal draußen genächtigt. Und weil es im Urlaub so schön war diesmal mit der Hängematte.

Der Weg von Veraland (ein großer Bauernhof) führte zunächst nur über Weiden und der kleine See den ich mir nach Betrachtung der Karte als Ziel ausgeguckt hatte, war in der Realität ein von Kühen und Schafen ziemlich stark frequentierter Tümpel. Uäh! Also beschloss ich, dass die zwei Liter Wasser die ich dabei hatte dann halt reichen müssen und suchte mir einfach einen Platz mit toller Aussicht.

Aussicht aus der Hängematte
Aussicht beim Abendessen
Aussicht nach dem Abendessen:)

Das hat meiner Meinung nach ganz hervorragend funktioniert;) Der Platz wo ich zwei ausreichend große Bäume im richtigen Abstand fand war dann zwar eeetwas kletterig und ich hatte leichte Bedenken, dass ich mir nachts in einem der Löcher unter der Hängematte die Beine breche, aber ich war dann einfach sehr vorsichtig und nach einer wundervollen, aber unfotografierten Frühstücksaussicht ging es dann wassermangelbedingt auf dem kürzeren Weg wieder gen Heimat. Ich wäre zwar gern noch auf einen der Berge geklettert, aber auch so war das sehr schön:)

17. – 18.08.2021 – Skåpet

17. – 18.08.2021 – Skåpet

Da das Heldenkind ja Di und Mi nochmal planleggingsdagsfrei hatte, startete ich mal wieder einen Anlauf eine der heißbegehrten Hütten in Skapet zu ergattern und siehe da: Nach 1,5 Jahren hatte ich endlich mal Glück! Die Hütte ist eine der neusten im STF und besteht aus mehreren 5-Personen-Hütten, einer Gemeinschaftshütte und finally einer echten richtigen Sauna (die ja in Norwegen sonst offensichtlich hauptsächlich in Privathütten oder Schwimmbadduschen zu finden sind). Ich war seit zwei Jahren nicht in der Sauna und freute mich folglich allein deswegen schon wie Bolle.

Also alles gepackt und um 12 waren wir im Vinddalen und auf dem Weg zur Hütte. Selbiger Weg war ein wirklich sehr schöne und das Heldenkind 2/3 davon guten Mutes unterwegs. Nur das letzte Stück war etwas anstrengend. Zum Glück hopste dann ein Frosch auf den Pfad, der sich nach ein paar Ausbruchversuchen schicksalsergeben vom Heldenkind herumtragen liess, und dann war die Welt eigentlich auch wieder in Ordnung. Besonders als wir dann an der Hütte auch noch seinen großen Bruder einfingen;)

Bei den modernen DNT-Hütten habe ich immer ein bisschen den Eindruck, dass Form vor Funktion geht. Die eine hatte ja unfassbar hohe Decken und war mit einem Ofen kaum zu heizen. Diese hier hatten wundervolle große Fensterfronten, aber dafür nur so ein DinA4 großes Fenster das man zum Lüften ankippen konnte (und eins auf dem Hems, das auch nur einen winzigen Spalt aufging). Nichts für warme Sommertage, aber die sind vermutlich aufgrund der hiesigen Gesamtwetterlage nicht eingeplant;)

Die Sauna war aber wundervoll:) Da waren wir dann deshalb auch gleich zweimal drin, einmal mit und einmal ohne Kind im fastschondunkeln. Und das Heldenkind fand gleich Kumpel zum spielen. Und in der Haupthütte waren zwar andere Menschen (oh Graus!), aber ich wiederhole einfach immer mein Mantra: bei 52 SFO-Kindern in einem Raum ist sonst alles Pillepalle. Also kann man auch gleich kapitulieren… Aber so ganz klappt das noch nicht mit der geistigen Entspannung, muss ich zugeben.

Der Weg zurück ging am nächsten Tag dann Redespiel-sei-Dank ganz problemlos und es begann auch erst genau dann zu regnen als wir am Auto waren. Auch wieder Glück gehabt:)

16.08.2021 – Lysefjord

16.08.2021 – Lysefjord

Das positiv denken hat sich gelohnt und wir hatten tatsächlich wundervolles Wetter am Morgen unseres Paddeltages. Trotzdem gingen wir erstmal shoppen und shoppten sehr erfolgreich große Mengen Wollkleidung in allen Formen und Farben:)

In Ålgard vor dem Outlet haben sie umgebaut, da gibt es jetzt einen tollen Vorplatz mit Sandstrand am Bach und vielen Spielplätzen. Dahin setzten wir unsalso samt unseres für norwegische Verhältnisse unfassbar günstigen Pizza-Takeaways und liessen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Dann fuhren wir zum Lysefjord. Stellten uns auf den Parkplatz. Und es begann zu Regnen und Gewittern…. ich muss sagen ich fühlte mich etwas veräppelt vom Wetter. Auch unser Guide rief gleich an: es würde ja jetzt unvorhergesagterweise Gewittern. Das sei ja nicht so gut auf dem Wasser… Zum Glück war noch ne halbe Stunde Zeit und wir einigten uns darauf dann einfach etwas später loszufahren. Und siehe da: Nach einem letzten Donnerschlag zur Warnung kam die Sonne wieder raus:)

Das Paddeln war dann sehr schön! Es ist ein krasses Gefühl unter einer 600m hohen Felswand herumzupaddeln in seinem winzigen Kajak. Und die Landschaft ist einfach nur so schön!! Außerdem hab ich viel über Tourplanung und Windverhältnisse in Fjorden gelernt das war auch super.

Nach der Tour fuhren wir dann noch zum Nachbarstrand (an der Anzahl der dort auf dem Parkplatz versammelten und das Wohnmobile-verboten-Schild missachtenden Camper konnte man erkennen, dass der Platz wohl auch bei Park4Night eingetragen war) und freuten uns, dass zwei günstige Pizzamenüs sogar für 2 Mahlzeiten für 3 Leute reichten. Kalte Pizza im Abensonnenlicht am Fjord, was könnte schöner sein;)

05.08.2021 – Høgetveits Naturcamping 2

05.08.2021 – Høgetveits Naturcamping 2

Nach einer weniger windigen Nacht plantschte das Heldenkind nochmal ausgiebig im See und wir brachen unser Lager wieder ab.

Der See war jetzt nochmal richtig toll und wir haben alles gemacht was wir uns für den Urlaub vorgenommen haben: paddeln, baden, Blaubeeren essen und einen Fisch fangen. Und ganz viel Sonne getankt gestern:)

Syndle vom Einsetzpunkt

Mit der ganzen Packerei verging die Zeit und da wir morgen zurück sein wollten und es dann regnen soll, fuhren wir einfach nochmal zu den Kätzchen und Kaninchen auf halber Strecke. Da freute sich das Heldenkind, es ist immer noch sehr ruhig und friedlich da und wen zum spielen gibt es auch:)

02.08.2021 – Dyreparken

02.08.2021 – Dyreparken

Der legendäre Dyrepark, Heim von Kaptein Sabeltann(man erinnere sich: der mit den ohrwurmigen Piratenliedern), Julius dem Schimpansen (über dessen Aufzucht mit der Flasche es eine Fernsehserie gab und der hier eine nationale Berühmtheit ist), dem Hakkebakkeskogen (irgendwas mit Tieren, das Heldenkind war voll im Bilde) und Kardemommebyen (irgendwas mit Räubern, auch hier war das Heldenkind gut informiert). Gefühlt war hier jedes norwegische Kind schon oder kennt sich zumindest damit aus und so nun auch wir.

Da man seine Eingangszeit zugeteilt bekam, standen wir also um halb 7 auf um dann pünktlich um halb 11 am Eingang zu stehen. Am Anfang waren wir etwas geflasht, weil es groß und unübersichtlich war, man eine dämliche und schlecht funktionierende App für alles mögliche benutzen musste und wirklich vor allem was wir machen wollten laaange Schlangen waren.

Aber nachdem wir dann erstmal in Gang gekommen waren, war es super. Unter anderem pinkelte uns ein Eichhornäffchen auf den Rucksack (das Heldenkind war im höchsten Maße entzückt!), wir gruben nach Gold und das Heldenkind hat nun ein echtes (!) Kaptain Sabeltann Medaillon, wir schafften es Plätze für die Seeräubershow zu bekommen(und singen seitdem Ohrwurmlieder), waren im Geisterhaus (Ui, da war das Heldenkind sehr gegruselt) und sahen einen brüllenden, krallenwetzenden Löwen, Tiger, Geparden, einen Baby-Orang Utan, diverse Pythons und Geckos, spielende Otter und noch so allerlei.

Das waren sehr viele Menschen wenn man das nicht mehr gewöhnt ist, aber alles bis auf die Reptilien draußen und überall war alles mit weißen Kreisen vollgemalt in denen man sich dann kohortenweise aufhalten/warten musste. Selten so viel Håndsprit benutzt wie heute. Aerosole gibt es in Norwegen ja nicht;) Naja, wird schon geklappt haben.

Nun stehen wir, nachdem wir (wenn wir schon beim Kontaktoverload waren) auch noch essen waren auf einer Campingwiese bei Lillesand und hinter unserem Auto brüllt eine Frau in einer mir unverständlichen Sprache in ihr Telefon und die auf Lautsprecher geschaltete Gesprächspartnerin brüllt zurück. Ich hoffe die werden bald müde;)

01.08.2021 – Lomsesanden

01.08.2021 – Lomsesanden

Da wir spontan für Montag noch Tickets für den ständig ausgebuchten Dyreparken erobert hatten, blieben wir heute einfach noch auf dem Campingplatz, denn bis auf den Wind und die Wassertemperatur von 8° war es hier sehr schön. Das Heldenkind und ich legten einen sehr schönen, entspannten aber unspektakulären Strandtag ein und kämpften gegen Drachen, kochten eine Suppe für den König und halfen dem Dinosaurierforscher Flügel für seinen Kumpel, den Achaeopterix zu erfinden.

Der Heldenmann lief derweil heldenhaft zum Kiwi, so dass wir Abends noch grillen konnten. Ein schöner Tag:)

31.07.2021 – Lomsesanden

31.07.2021 – Lomsesanden

Bei Sonne war der Platz nur noch halb so gruselig und das Heldenkind hatte während wir packten einen tollen klaren Bach zum spielen. Dann hatten der Heldenmann und ich aber nicht so viel Lust zu fahren und so landeten wir schon Mittags bei Farsund auf einem Campingplatz am Meer. Hier gibt es Sand und Dünen, das Heldenkind und ich bauten also einen einen laaangen Kanal und eine große Burg. Ein Trampolin gab es auch (welches das Heldenkind dann in einem Wutanfall, weil es die anderen Kinder nicht mitmachen ließen am Abend noch auseinander nahm – ein unrühmliches Ende für einen schönen Tag). Und windig war es ganz fürchterlich.

Eben war ich noch ne Runde spazieren und das war sehr schön. So viel toller Sandstrand und dazwischen so kleine grüne felsige Halbinseln. Jetzt bin ich sehr durchgepustet:)

30.07.2021 – Creepy Lake

30.07.2021 – Creepy Lake

Oder so;)

Heute erwachten wir zum schönen Geräusch von Nieselregen auf dem Zeltdach. Schadeschade… Trotzdem beschlossen wir mal zum Eigerøya Leuchtturm zu laufen, was gut war, denn dort regnete es nicht – im Gegensatz zum Festland. Ansonsten war das weiter als gedacht, wir hatten dummerweise nix zu essen dabei und man kam leider nicht ganz an die Küste. Da war das Heldenkind sehr enttäuscht, es gab nämlich ordentlich Brandung und die hätten wir gerne angeschaut. Trotzdem unter den gegebenen Umständen eine gute Beschäftigung.

Danach gab es dann aber Kaffee/Kakao und Kuchen in Egersund, das war schön (wenn auch für das pandemiegeschädigte Drittel dieser Familie etwas gruselig, weil drinnen).

Noch einkaufen und Huch, irgendwie spät. Und noch nicht für einen Standplatz entschieden. Da die Strecke zwischen Egersund und Flekkefjord etwas abenteuerlich kurvig war, wir langsam vorankamen und die ersten paar Standplätze hässlich waren landeten wir am Ende auf einem Wanderparkplatz an einem kleinen See. Eigentlich voll schön, aber es standen reichlich alte kaputte Autos und Boote rum und der Heldenmann entdeckte noch ein Fass in dem seltsame Dinge gekocht wurden. Und eins mit toten Fischen. Komischer Platz!

29.07.2021 – Eigerøya

29.07.2021 – Eigerøya

So, Gewitter und Starkregen erfolgreich zu Hause abgewettert. Das war nicht so wirklich entspannt muss ich sagen, ich war da im letzten Jahr einfach viel zu viel. Aber vernünftig war es schon. Trotz Nachrichten- und Rechnerverbot aber einfach kein Urlaubsgefühl.

Heute Mittag machten wir uns dann aber wieder auf den Weg und waren erst in Brusand, denn das Heldenkind hatte sich Strand und Dünen gewünscht.

Jetzt stehen wir bei Egersund auf einer Campingwiese direkt am Meer, 500m weiter ist sogar noch ein kleiner Sandstrand und so langsam kehrt wieder Ruhe ein. Letzte Woche hab ich wirklich fast gar nicht an Corona gedacht. Das war sehr schön:)

25.07.2021 – Bjelland

25.07.2021 – Bjelland

Da ab Abends das Wetter schlechter werden sollte, hieß es heute Abschied von Ogge zu nehmen. Vorher aber noch Nacht 3 in der Hängematte für mich. Ich schlafe da wirklich gut drin, nur so eine aufblasbare rutschige Liegeunterlage ist dafür eher nicht so geeignet. Zumindest nicht bei weniger als warm nachts, da drauf zu bleiben ist nämlich nicht gänzlich trivial. Heute morgen haben das Heldenkind und ich dann noch ein paar tolle Xadi-Hütten gebaut und mittags gings dann bei auffrischendem Wind zurück zum Auto. Gut dass es nicht so weit war, der gestrige Tag steckte uns doch noch etwas in den Knochen. Alles ins Auto und dann in Vatnestrøm das ultimative Familienangebot genutzt: 3 Eis zum Preis von 2 😀

Der letzte Tag war etwas abschreckend wegen der Menschenmassen am See, aber sonst war es toll. Viel gebadet und im Sand gespielt. Wir haben eine schwimmende Ringelnatter gesehen. Das Heldenkind hat eine Libelle aus dem Wasser gerettet (nachdem wir die Tage davor sehr lange versuchten eine zu fangen) und die blieb dann ganz lange auf seinem Finger sitzen und putzte sich. Wir verfüttern massig tote Bremsen und Fischstückchen an Ameisen und guckten wie die weggetragen wurden. Es wurden 3 kleine Barsche und eine Forelle gefangen. Und auch wenn das Heldenkind ab und zu etwas gestresst vom packen war fand er es auch toll.

Jetzt stehen wir irgendwo im Nichts auf einem Naturcampingplatz und haben auf dem „Weg“ (optimistisch mal Strasse genannt) hierher sogar alle drei unseren ersten Elch gesehen, der da stand und vor sich hin graste. Das war ziemlich cool! Hier ist es sehr still und friedlich, man konnte duschen und es gibt kleine Katzen, Kaninchen (jetzt sehr satt, weil gut mit Löwenzahn versorgt) und Pferde. Und eine Kröte, die sich sehr gut in einer Ritze versteckt hat und die das Heldenkind unbedingt fangen will. Er hat es jetzt wirklich lange versucht. Vielleicht morgen:)

Aufenthaltsraum auf unserem Campingplatz

Auf jeden Fall gut, dass wir es nicht mit Meer versucht haben. Da war es so voll, dass manche Campingplätze mehrere 100 Wohnmobile weggeschickt haben (sagt NRK). Krass. Da waren die Menschenmassen auf dem See besser, besonders da wir die ersten 3 Tage fast alleine waren.