Urlaubfazit Norwegen 2026
Erkenntnisse aus dem Alleinwanderversuch:
Essen:
- 80 g Haferflocken mit 20 g Haselnuss und 20 g Mandeln war gut, aber irgendwie bekomme ich davon schnell wieder Hunger. Es darf nur so viel Wasser rein, dass es gerade bedeckt ist, sonst ist es ekelig! Ein EL Zuckerzimt pro Portion oder ein ganz bisschen mehr maximal.
- 120 g Couscous mit Gedöns (also Sonnenblumenkerne & getrocknete Tomaten oder auch getrocknetes Suppengemüse) ist eine gute Menge. Das getrocknete Suppengemüse ist nach eine halben Stunde kaltem Einweichen noch sehr bissfest, aber das stört gar nicht. Vielleicht wenn es speziell dafür gedacht ist den Knollensellerie weg lassen. Coldsoaking über 3 Nächte geht problemlos, da vermisse ich nichts. Und abwaschen durch schütteln der Dose rockt!
- Vollkornknäcke mit Käse und Kürbiskernen 100 g pro Tag ist ne gute Basis und Salami ist auch toll
- Von den zusätzlichen Sachen hatte ich zu wenig mit. Ich hatte lose geplant in Tunhovd nochmal einkaufen zu gehen und hab es dann nicht gemacht, weil der Laden zu weit oben am Berg war. Deshalb musste ich am Ende etwas rationieren – das geht zwar, aber ist nicht so schön. Mehr Nüsse und so (ich hatte 200g mit) und keinen Erbsen/Bohnen Mix (hatte 75g mit) – der ist zwar lecker und macht satt, aber man ist danach nicht mehr gesellschaftsfähig 😀 Ich hätte gut 2 Flapjacks pro Tag essen können, aber lieber wieder selbst machen. Und halt doch Kekse oder so.

Ausrüstung:
- Filter: Ich hatte erstmalig den Sawyer Sqeeze mit. Als Setup hatte ich 3 x 0,75l PET Flachen mit, davon eine für dreckiges Wasser und zwei für sauberes. Die beiden sauberen Flaschen hatte ich dann immer mit max. 0,5l gefüllt und in beide Seitentaschen gepackt, damit die Last gleichmäßig verteilt ist. Und die dreckige Flasche leer mitgenommen. Abends hab ich dann zwei Flaschen gefiltert und die andere noch zum nachfiltern vollgemacht. Das reichte dann für alles was man im Zelt so tut (Essen einweichen, Zähne putzen etc). Bei zwei Flaschen hätte ich morgens Wasser holen müssen, wäre auch gegangen, aber würde es wieder so machen, allein schon falls eine Flasche kaputt geht. Flaschen vorher beschriften ist super. Von den Flaschen die ich mithatte war die Gerolsteiner 0,75 l Flasche der beste Kompromiss zwischen Haltbarkeit und Gewicht. Hella ist zu knitterig, Sachsenquelle fruit und water wog zwar 32 g statt 22, aber war dafür super stabil. Die geht also auch gut.
- Tarptent Moment DW: Von der Größe, Gewicht, Apsiden, der Einfachheit aufzubauen usw. finde ich das Zelt super. Bei kälterem Wetter hat es aber doch ein paar Einschränkungen, z.b. Kondens: Das Zelt ist morgens innen klitschnass, auch wenn man die Öffnungen oben an den Türen auf hat. Die anderen Öffnungen sind an den kurzen Seiten. Wenn man die kurzen Seiten aber (so wie angeraten) in den Wind dreht, dann pfeift – wenn man die öffnet – eben auch der komplette Wind rein. Und da das Innenzelt an den kurzen Seiten auch Lüftungsöffnungen hat, die man nicht fest verschließen kann pfeift es dann auch quer durchs Innenzelt. Ich habe das mit Regenjacken etc. verstopft, aber ideal finde ich das nicht. Ich hätte damit nicht mehrere Nächte bei starkem Wind und Regen zelten wollen. Aber es war auch wirklich kaltes windiges Wetter
- Klamotten: Diesmal hatte ich nichts mit, was ich nicht auch anhatte. Und nachts hatte ich bis auf die Fleecejacke (Kopfkissen) einfach alles an 😀 Yeah:
- Fjellräven Karla Zip Off Hose: Liebe ich sehr. Beste Hose ever
- Merino Longsleeve mit Craighopper Wanderbluse drüber: Sieht aus wie Waldschrat, hatte aber gutes Laufklima und ist mückendicht. Reichte mir bei 12° und viel Wind und ist etwas universeller einsetzbar und leichter als die Softshell.
- Ersatzmerinoshirt hätte ich nicht zwingend gebraucht, aber ich war ja mit anderen Menschen in Hütten:D
- Lange Merinohose
- Fleecejacke
- Daunenjacke
- Buff, Mütze (liebe Sarah, du hast dir extra ein Stirnband gekauft, weil du keine Mützen magst. Nimm das doch mit…), Handschuhe
- Wechselsocken
- Ein paar Luxus-Kuschelsocken
- 1 x Wechselunterwäsche (trocknet bei viel Wind ja auch super schnell)
- Telefon: Hält 3 Tage inklusive Position und Wetter checken und Blog schreiben. Die kleine Powerbank reicht für 2 mal laden.
- Wanderstöcke: Entweder keinen oder beide. Einer ist sinnlos
- Kartenhülle: Lieber zu Hause lassen und irgendwas kleines wasserdichtes mitnehmen in dem man die Karten in die Hosentasche tun kann
- Waschlappen für Katzenwäsche und Outdoorhandtuch welches gleichzeitig den Hüftgurt polstert
- Für manche Leute mag das gehen, aber Menstasse ist für mich unterwegs nichts. Insgesamt hat mein Menskram eher viel gewogen. Aber es war dafür unstressig, das war mir wichtiger.
- Apropos Rucksack: Mit dem Eja Pro war ich bisher auch noch nicht so sicher, aber wenn er voll beladen ist, dann ist er super und für diese Wanderung wäre der 35+10 Deuter zu klein gewesen. War sehr zufrieden. Das einzig sinnlose sind die Kompressionsriemen, die die Seitentaschen zusammenquetschen. Wer kommt denn auf so dämliche Ideen? Und das die Seitentaschen an einer Seite offen sind, und man nichts reintun kann was rausfallen könnte. Also die Seitentaschen überzeugen insgesamt nicht 😀
Also eigentlich war das einzig überflüssige die Kartenhülle und der Wanderstock. Also 350 g, die ich hätte sparen können. Insgesamt war ich dann bei 12 kg inkl. Essen ohne Wasser. Das ging wirklich sehr gut.
Die Strecke an sich war perfekt. Abwechslungsreich aber so einfach zu gehen, dass ich nie Angst hatte irgendwo runterzufallen oder ähnliches. Looking at you Hardangervidda Nord!
Und abseits von der Ausrüstung? Es war sehr großartig und abenteuerlich, und es hat sehr viel Spaß gemacht alles vorzubereiten und aufgeregt zu sein und sich vorzufreuen. Insgesamt waren meine Etappen waren leider ein bisschen zu lang, so dass ich immer etwas in Eile war. Etwas mehr Zeit zum Blaubeersuchen und Pause machen wäre auch ok gewesen. Alleine Zelt finde ich besser als alleine Hütte. Zu zweit Hütte finde ich besser als alleine Zelt. Ich glaub ich bin aber wirklich dekadent und mag am allerliebsten Hotel zu Hotel und lecker Essen 😀 Aber das geht halt nicht in Norwegen und deswegen war der Urlaub bis auf die Etappenlängen perfekt wie er war.










