Urlaubfazit Norwegen 2026

Urlaubfazit Norwegen 2026

Erkenntnisse aus dem Alleinwanderversuch:

Essen:

  • 80 g Haferflocken mit 20 g Haselnuss und 20 g Mandeln war gut, aber irgendwie bekomme ich davon schnell wieder Hunger. Es darf nur so viel Wasser rein, dass es gerade bedeckt ist, sonst ist es ekelig! Ein EL Zuckerzimt pro Portion oder ein ganz bisschen mehr maximal.
  • 120 g Couscous mit Gedöns (also Sonnenblumenkerne & getrocknete Tomaten oder auch getrocknetes Suppengemüse) ist eine gute Menge. Das getrocknete Suppengemüse ist nach eine halben Stunde kaltem Einweichen noch sehr bissfest, aber das stört gar nicht. Vielleicht wenn es speziell dafür gedacht ist den Knollensellerie weg lassen. Coldsoaking über 3 Nächte geht problemlos, da vermisse ich nichts. Und abwaschen durch schütteln der Dose rockt!
  • Vollkornknäcke mit Käse und Kürbiskernen 100 g pro Tag ist ne gute Basis und Salami ist auch toll
  • Von den zusätzlichen Sachen hatte ich zu wenig mit. Ich hatte lose geplant in Tunhovd nochmal einkaufen zu gehen und hab es dann nicht gemacht, weil der Laden zu weit oben am Berg war. Deshalb musste ich am Ende etwas rationieren – das geht zwar, aber ist nicht so schön. Mehr Nüsse und so (ich hatte 200g mit) und keinen Erbsen/Bohnen Mix (hatte 75g mit) – der ist zwar lecker und macht satt, aber man ist danach nicht mehr gesellschaftsfähig 😀 Ich hätte gut 2 Flapjacks pro Tag essen können, aber lieber wieder selbst machen. Und halt doch Kekse oder so.

Ausrüstung:

  • Filter: Ich hatte erstmalig den Sawyer Sqeeze mit. Als Setup hatte ich 3 x 0,75l PET Flachen mit, davon eine für dreckiges Wasser und zwei für sauberes. Die beiden sauberen Flaschen hatte ich dann immer mit max. 0,5l gefüllt und in beide Seitentaschen gepackt, damit die Last gleichmäßig verteilt ist. Und die dreckige Flasche leer mitgenommen. Abends hab ich dann zwei Flaschen gefiltert und die andere noch zum nachfiltern vollgemacht. Das reichte dann für alles was man im Zelt so tut (Essen einweichen, Zähne putzen etc). Bei zwei Flaschen hätte ich morgens Wasser holen müssen, wäre auch gegangen, aber würde es wieder so machen, allein schon falls eine Flasche kaputt geht. Flaschen vorher beschriften ist super. Von den Flaschen die ich mithatte war die Gerolsteiner 0,75 l Flasche der beste Kompromiss zwischen Haltbarkeit und Gewicht. Hella ist zu knitterig, Sachsenquelle fruit und water wog zwar 32 g statt 22, aber war dafür super stabil. Die geht also auch gut.
  • Tarptent Moment DW: Von der Größe, Gewicht, Apsiden, der Einfachheit aufzubauen usw. finde ich das Zelt super. Bei kälterem Wetter hat es aber doch ein paar Einschränkungen, z.b. Kondens: Das Zelt ist morgens innen klitschnass, auch wenn man die Öffnungen oben an den Türen auf hat. Die anderen Öffnungen sind an den kurzen Seiten. Wenn man die kurzen Seiten aber (so wie angeraten) in den Wind dreht, dann pfeift – wenn man die öffnet – eben auch der komplette Wind rein. Und da das Innenzelt an den kurzen Seiten auch Lüftungsöffnungen hat, die man nicht fest verschließen kann pfeift es dann auch quer durchs Innenzelt. Ich habe das mit Regenjacken etc. verstopft, aber ideal finde ich das nicht. Ich hätte damit nicht mehrere Nächte bei starkem Wind und Regen zelten wollen. Aber es war auch wirklich kaltes windiges Wetter
  • Klamotten: Diesmal hatte ich nichts mit, was ich nicht auch anhatte. Und nachts hatte ich bis auf die Fleecejacke (Kopfkissen) einfach alles an 😀 Yeah:
    • Fjellräven Karla Zip Off Hose: Liebe ich sehr. Beste Hose ever
    • Merino Longsleeve mit Craighopper Wanderbluse drüber: Sieht aus wie Waldschrat, hatte aber gutes Laufklima und ist mückendicht. Reichte mir bei 12° und viel Wind und ist etwas universeller einsetzbar und leichter als die Softshell.
    • Ersatzmerinoshirt hätte ich nicht zwingend gebraucht, aber ich war ja mit anderen Menschen in Hütten:D
    • Lange Merinohose
    • Fleecejacke
    • Daunenjacke
    • Buff, Mütze (liebe Sarah, du hast dir extra ein Stirnband gekauft, weil du keine Mützen magst. Nimm das doch mit…), Handschuhe
    • Wechselsocken
    • Ein paar Luxus-Kuschelsocken
    • 1 x Wechselunterwäsche (trocknet bei viel Wind ja auch super schnell)
  • Telefon: Hält 3 Tage inklusive Position und Wetter checken und Blog schreiben. Die kleine Powerbank reicht für 2 mal laden.
  • Wanderstöcke: Entweder keinen oder beide. Einer ist sinnlos
  • Kartenhülle: Lieber zu Hause lassen und irgendwas kleines wasserdichtes mitnehmen in dem man die Karten in die Hosentasche tun kann
  • Waschlappen für Katzenwäsche und Outdoorhandtuch welches gleichzeitig den Hüftgurt polstert
  • Für manche Leute mag das gehen, aber Menstasse ist für mich unterwegs nichts. Insgesamt hat mein Menskram eher viel gewogen. Aber es war dafür unstressig, das war mir wichtiger.
  • Apropos Rucksack: Mit dem Eja Pro war ich bisher auch noch nicht so sicher, aber wenn er voll beladen ist, dann ist er super und für diese Wanderung wäre der 35+10 Deuter zu klein gewesen. War sehr zufrieden. Das einzig sinnlose sind die Kompressionsriemen, die die Seitentaschen zusammenquetschen. Wer kommt denn auf so dämliche Ideen? Und das die Seitentaschen an einer Seite offen sind, und man nichts reintun kann was rausfallen könnte. Also die Seitentaschen überzeugen insgesamt nicht 😀

Also eigentlich war das einzig überflüssige die Kartenhülle und der Wanderstock. Also 350 g, die ich hätte sparen können. Insgesamt war ich dann bei 12 kg inkl. Essen ohne Wasser. Das ging wirklich sehr gut.

Die Strecke an sich war perfekt. Abwechslungsreich aber so einfach zu gehen, dass ich nie Angst hatte irgendwo runterzufallen oder ähnliches. Looking at you Hardangervidda Nord!

Und abseits von der Ausrüstung? Es war sehr großartig und abenteuerlich, und es hat sehr viel Spaß gemacht alles vorzubereiten und aufgeregt zu sein und sich vorzufreuen. Insgesamt waren meine Etappen waren leider ein bisschen zu lang, so dass ich immer etwas in Eile war. Etwas mehr Zeit zum Blaubeersuchen und Pause machen wäre auch ok gewesen. Alleine Zelt finde ich besser als alleine Hütte. Zu zweit Hütte finde ich besser als alleine Zelt. Ich glaub ich bin aber wirklich dekadent und mag am allerliebsten Hotel zu Hotel und lecker Essen 😀 Aber das geht halt nicht in Norwegen und deswegen war der Urlaub bis auf die Etappenlängen perfekt wie er war.

14.08.2026 Tempelseter – Oslo – Golm

14.08.2026 Tempelseter – Oslo – Golm

Schon war der Heimreisetag gekommen. Nochmal schnell eine Runde an den Bach, Heidelbeeren auf Vorrat gegessen und um 13:20 begann dann die mehrstufige Heimreiseaktion. Erster Teil: von Eggedal nach Oslo. Dabei musste ich zwar zweimal mit wenigen Minuten Umsteigezeit umsteigen, aber das funktionierte komplett problemlos und um 16 Uhr war ich dann in Oslo.

Dort hatte ich jetzt noch bis 23 Uhr Zeit, weil dann erst der Flixbus fuhr. Also Gepäck eingeschlossen und Stadtrundgang gemacht. Mit ohne Gepäck und Steigung fand auch das Knie das ganz ok:) Oslo hat mir richtig gut gefallen. So eine lebenswerte Stadt. Allein schon der Mini Badestrand neben der Oper (mit Toilette;)), überall gemütliche Sitzmöglichkeiten, Spielplätze, noch mehr kostenlose saubere Toiletten. Da hatte ich dolledolle Norwegenheimweh. Der Weg ging dann am Wasser lang über die Akerhus Festung und Rathaus, Schloss, Storting, Dom usw. zurück zum Bahnhof. Viel Zeit in Ruhe Schilder zu lesen (das Heldenkind hasst es wenn ich Schilder lese :D), endlich mal den Schlossplatz in echt gesehen (wie auch immer da 100 000 Leute hinpassen), noch eine Pizza gegessen (und dabei von Ratten (!) und Möwen belagert worden – das war eher unentspannt) und dann hatte ich keine Lust mehr auf rumlaufen und es war erst 20:30. Also erst an den Strand gesetzt, gelesen und das lustige Treiben beobachtet (z.B. das Partyboot, wo man offenbar einsteigt um dann 3 h maximal viel zu trinken und zu tanzen) und dann festgestellt, dass das große Gebäude vor dem Bahnhof die Bibliothek ist. Und die war so schön!! Die in Stavanger hab ich ja auch schon total geliebt und dies hier war auch so ein Ort, wo ich einfach jeden Tag sein könnte. Da hatte ich dann richtigrichtigrichtig dolle Norwegen-Heimweh. Und am hell beleuchteten, gemütlichen Busbahnhof auch. Also sehr wegmütig in den Flixbus gestiegen und mich gefreut, dass es ab nächstes Jahr einen durchgehenden Nachtzug nach Oslo geben soll und ich dann vielleicht einfach öfter kommen kann.

Ganz viele verschiedene Schaukeln:)

Die Fahrt war dann eigentlich ganz entspannt und der Bus wie angekündigt mit USB, WLAN, Toilette, Klimatisierung usw ausgestattet. Und es gab Fußstützen. Als kleiner Mensch eine wichtige Sache:D Das einzige was nervte war so ein unfassbar kontakfreudiges Mädel, das wirklich jeden einzelnen Mensch im Bus anquatschte, sehr laut immer exakt die gleichen Fragen stellte und dabei keinerlei Rücksicht darauf nahm, dass es z.B. mitten in der Nacht war und wirklich niemand mit ihr reden wollte (welche Sprachen? Und egal was die Antwort war immer nochmal alle aufgezählt und einzeln abgefragt. Kannst du die Sprache? Die? Die? Die? Ufff! Nach 21 Stunden war ich wirklich aggro..). Natürlich hatten wir Verspätung und verpassten die Fähre in Gedser um 5 min, so dass wir dann 2,5 Stunden auf die nächste warten mussten. Aber da der Reisebus klimatisiert war und es in Deutschland 36° hatte, war es gar nicht sooo schlimm einfach noch den restlichen Tag im Bus zu verbringen;) Um 20:30 war ich dann wieder zu Hause bei meinem Heldenkind. Den vermisse ich nach ein paar Tagen schon immer sehr dolle, so schön das mit der Unabhängigkeit auch ist 🙂

13.08.2026 Toveseter – Tempelseter

13.08.2026 Toveseter – Tempelseter

Das heutige Highlight war Frühstück aus Lomper mit Blaubeeren und Zimt und Zucker bei Sonnenschein und toller Aussicht. Hach!

Laufmäßig waren wir beide etwas in Katerstimmung heute. Deshalb hatten wir die ursprünglichen 20 km schon auf 13 gekürzt und so auch deutlich weniger Höhenmeter bergab. Die Strecke war sehr hübsch und wir sahen sogar wieder unseren Kumpel Herr Rentier, der auf einer Erhöhung lag und uns sehr interessiert betrachtete.

Ganz am Ende, als wir fast schon im Hüttengebiet waren, kam dann noch ein See also nutzte ich die letzte Gelegenheit noch mal ins Wasser zu tunken. Brrrr!!! Aber so war das wenigstens auch erledigt:)

Der Weg runter zu L.s Hütte war dann ein langsames Unterfangen, aber Hauptsache angekommen. Jetzt hat sich das Knie erstmal ne Pause verdient. Die Hütte war echt unfassbar schön, mit Wahnsinns-Aussicht, an einem Bach mit Badekulpe und mit massig Heidelbeeren. Da konnte man es echt aushalten:) Selten (oder nie) auf einem Sofa mit so schöner Aussicht geschlafen.

12.08.2026 Reinsjøen – Toveseter

12.08.2026 Reinsjøen – Toveseter

Heute um 7 aufgewacht. Hah! Und der See hatte nicht nur tolle Abend- sondern auch Morgenstimmung:)

Nur das Knie hatte über Nacht leider keine Wunderheilung durchgemacht. Also ab jetzt wandern im Kniemodus mit langsam und Pausen. Seufz…

Die 6 km bis zum Treffpunkt gingen aber gut und es war sogar noch Zeit für eine Blaubeerpause und Sachen sortieren am Parkplatz. Dann L. eingesammelt und T. das Zelt etc mitgegeben. Da war der Rucksack plötzlich sehr leicht:) Und mit jemandem zum quatschen denkt man auch viel weniger an Knie. Zum Glück war die jemand auch sehr aufmerksam, sonst hätten wir diesen Gesellen vielleicht übersehen:

Und während wir noch ganz geflashed davon waren, dass wir ein wildes Rentier gesehen hatten, kam als nächstes eine ganze Herde vorbei! Inklusive Albinorentier… Wir blieben ganz still stehen und dann liefen sie direkt vor uns über den Weg, so dicht, dass wir sie schnaufen hören konnten. Da ich sie nicht erschrecken wollte, gibt es davon leider kein Bild. Aber das war so ein tolles Erlebnis :):):) Später sahen wir dann auch noch Schneehühner, also was das anging ein erfolgreicher Tag!

In Toveseter waren wir erst etwas erschrocken, weil da so viele Leute vor der Hütte saßen. Die machten aber zum Glück nur Pause und in der Hütte war nur eine nette holländische Familie, so dass wir sogar noch ein Zimmer für uns hatten. Die Hütte war echt witzig, mit ganz niedrigen alten Türen an denen man sich den Kopf stoßen könnte. Und toller Aussicht. Und super vielen Blaubeeren. Und Rauschebeeren, die fieserweise Blaubeeren sehr ähnlich sehen, aber zu Übelkeit führen können. Wieder was gelernt…

Aber wir sammelten ganz viele Blaubeeren, damit wir welche zum Frühstück hatten. Dann gingen alle schlafen und ich freute mich über Kerzenstimmung in der Hütte:)

Heute waren es 16 km und die letzten 3 waren kniebedingt keine reine Freude mehr…aber ging.

11.08.2026 Tunhovtjønne – Reinsjøen

11.08.2026 Tunhovtjønne – Reinsjøen

Am morgen war es dann sehr schön am See.

Aber leider war mein Buch so spannend, dass ich abends viel zu lange gelesen hatte und deshalb aus Versehen erst um 10:00 aufwachte. Upsi…also dann doch etwas schneller gepackt und um 11:30 war ich unterwegs. Ich hatte für heute 20 km geplant und nachdem ich gestern nach 18 km schon ganz gut fertig war, kam mir das doch recht optimistisch vor. Trotzdem war es gut, dass ich dort gezeltet hatte, denn die nächsten km ging es recht unspektakulär durch kahlgeschlagenen Kiefernwald in verschiedenen Stadien des Wiederaufwuchses. Dann wurde es kurz steil – und dann wieder sehr hübsch:)

Auch an dem Tag war es wieder echt windig, trotzdem fand ich einen super schönen Mittagspausenplatz in der Sonne an einem Fluss, wo es wundervoll rauschte und die Fische hüpften. Den ganzen Tag ging es mal hoch mal runter durch Gegend mit und ohne Bäume und viel Wasser. Leider fing nur mein Knie an rum zu meckern. War ich am Anfang wohl etwas zu schnell unterwegs und das war die Rache. Deshalb hin und her überlegt, ob ich früher stoppe, aber das hätte das Problem ja nur auf morgen verlagert.

Also einfach nochmal ne längere Pause gemacht und dann auch die letzten 4 geplanten km noch geschafft. Am Reinsjøen war es echt eine schöne Abendstimmung. Und nach einigem suchen fand ich nicht nur einen flachen sondern sogar windgeschützten Platz. Aber als ich alles aufgebaut hatte, war es dann aber auch schon 21:30… Ab ins Zelt und heute nicht so lange lesen, denn morgen wollte ich mich um 13 Uhr mit L. treffen und konnte nicht so lange trödeln.

10.08.2026 Rjupehovda – Tunhovtjønne

10.08.2026 Rjupehovda – Tunhovtjønne

Heute morgen schien die Sonne und dann ist gleich alles so viel freundlicher! Also Zelt abgetrocknet (Spaß mit Kondens!) und irgendwie voll lange mit allem gebraucht, weil einfach alles nass war, aber um 10 war ich dann endlich auf dem Weg. Die nächsten 2,5 km waren dann genau so wenig schön wie vermutet, aber danach war es umso schöner! Mit super abwechslungsreichen Weg und vielen tollen Aussichten.

Dusehesten ist auch ne Hütte mit schicker Aussicht, aber beware: Das Wasser muss man unten an einem sehr steilen Weg holen wenn de Brunnen leer ist. Das macht bestimmt Spaß…

Dann ging es über einen super schönen Weg durch Wald und Wiesenmoore mit ganz vielen Bächen und dann runter zum Tunhovdfjorden.

Und da bekam man dann die volle Breitseite Wind ab…puh! Oben war es schon windig gewesen, aber hier wollte man echt nicht anhalten. Also im spärlich ausgestatteten Campingkiosk ein Eis erstanden und schnell weiter. Pausen waren da trotz schönen Rastplätzen am Wasser wirklich recht unattraktiv. Mir wurde schon etwas bange ob des Zeltplatzes, aber nach viel Suchen hab ich einen friedlichen, windgeschützten Platz im Moos zwar nicht direkt am See, aber immerhin sehr dicht dran gefunden. Da war ich aber dann auch gut durchgepustet. Schnell ins Zelt:) Schade das man bei morgendlichen 4° vermutlich nicht baden will, das Wasser ist eigentlich recht warm…

Heute waren es 18 km, das war auch genug.

09.08.2026 Torsetlia – Rjupehovda

09.08.2026 Torsetlia – Rjupehovda

Heute war eine kurze Etappe geplant, denn dort wo eigentlich ein gutes Etappenende gewesen wäre, war ein Hyttefelt und Wald und Steigung und Feldweg und da wollte ich lieber vorher anhalten. Das passte auch gut mit dem Wetter, abends war nämlich Regen angesagt.

Also schön Waffeln und Pfannkuchen gefrühstückt und dann endlich mal wieder Bus fahren:D Auch wenn der hier unfassbar viel bequemer war und zudem einen fähigen Fahrer hatte. Und aus dem Fenster gucken ist hier auch einfach schön. Um 12:30 waren wir dann in Torsetlia angekommen, und da sollte es hingehen:

So schön! Es war aber auch sehr windig und nieselig und deshalb gibts keine weiteren Bilder 😀 Kurz vor der Zivilisation dann die Suche nach nem Zeltplatz – gar nicht so einfach wenn man nicht mitten im Wind sein will. Gut, dass das Zelt so klein ist… Aber jetzt liege ich hier sehr kuschelig im Heidekraut zwischen Birken, lausche dem einschläfernden Regengetropfe ( und bin gespannt wie viele Zecken ich sammeln werde;) )

Heute waren es eigentlich 8,5 km, aber wenn man klug ist und unterwegs seinen Hut vergisst sind es halt 11. Aber so fühlt es sich wenigstens nach Etappe an, immer positiv denken.

08.08.2026 – Auf nach Norwegen!

08.08.2026 – Auf nach Norwegen!

oder: Wie ich einmal 1.5 Stunden früher losfuhr um 7 Stunden zu spät anzukommen. Denn die DB hat gar nicht das alleinige Monopol auf größere Verspätungsodysseen:D

Los ging es statt 21 Uhr um 19:30 mit dem Snälltåget in Gesundbrunnen, denn am Hbf war kein Platz dafür. Soweit so gut…Als die nette Zugbegleiterin ansagte, dass sie heute keine Tickets kontrollieren würde, weil sie seit dem vorherigen Abend nicht geschlafen habe, hätte man misstrauisch werden können. Wurden wir dann allerdings erst, als wir morgens um 6 vom Wecker aufwachten und erst kurz hinter der dänischen Grenze statt in Kopenhagen waren.. Wie sich herausstellte, gab es irgendein Problem mit dem Personalwechsel und wir hatten nachts irgendwo gewartet (was die Frage klärte, ob ich im Zug schlafen kann: offenbar ja;)). Somit erreichten wir Malmö mit schnuckeligen 2:45 Verspätung und der normalweise wartende Anschlusszug nach Oslo wartete so lange dann doch nicht. Doch Rettung zeichnete sich ab: Ein Bus würde kommen und uns um 11 alle gen Oslo karren. Also zwei Stunden gewartet, Proviant aufgestockt und gefreut, dass ich nicht 80€ für ein neues Ticket ausgeben musste… 5 Stunden Verspätung hatten wir da schon.

Leider hatte unser Busfahrer außerdem kein Navi und war offenbar auf der Strecke noch nie unterwegs (was zum Glück ein mitreisender Norweger bemerkte, als wir schon ein Stück falsch gefahren waren). Der übernahm also danach die Navigation. Und leider hatten wir Mitreisende, die nach Trollhättan mussten, was zwar an der Bahnlinie, aber so gar nicht an der Autobahn lag. Also konnten wir noch ein bisschen mehr Landschaft bewundern.

Schnell wurde klar, dass Plan A: „Um 16 Uhr von Oslo nach Geilo fahren und da zelten“ nicht klappen würde. Und es wurde auch klar, dass Plan B: „Nach Kongsberg fahren und da zelten“ an Dunkelheit, Größe des Stadtgebietes und fragwürdiger Zelteignung des Terrains scheitern würde (hier wäre jetzt die Hängematte top gewesen). Also Plan C: „Nach Kongsberg fahren und halt einfach ins Hotel“. Mit einem Plan D wäre es dann auch langsam schwierig geworden:D

Witzigerweise ist das jetzt dadurch, dass ich 50% des Ticketpreises wiederbekomme und die Strecke über Kongsberg generell günstiger ist, gar kein großer finanzieller Unterschied. Auch wenn eigentlich geplant war heute schon Naturerlebnis zu haben.. Naja, morgen dann hoffentlich! Dafür lecker Frühstück und Dusche, auch nicht übel.

Urlaubsfazit Harz 2026

Urlaubsfazit Harz 2026

Kurzfazit weil irgendwie unkomplizierter Urlaub:)

Ich hab einen Teil der Zeit FeWo und einen Teil der Zeit Hotel mit Halbpension gebucht um das mal zu vergleichen. Das Heldenkind mochte trotz lecker Essen im Hotel lieber FeWo mit eigenem Zimmer. Bei mir ist es wie eigentlich erwartet: FeWo ist günstiger und man hat eigene Zimmer und ein eigenes Bett. Dafür muss man kochen (was bei den Essenspräferenzen des Kindes nicht soo viel Spaß macht) oder Essen gehen, und Essen gehen dauert halt auch immer lange und ist teuer. Hotel ist trotzdem insgesamt teurer, man hat meist ein Doppelbett, dafür muss man übers Essen nicht nachdenken. Sauna im Hotel ist nett, aber Schwimmbad und sonstige Bespaßung braucht das Heldenkind eher nicht. Also klares: Hat beides Vor- und Nachteile 😀 Geht beides…

Ansonsten war der Urlaub wirklich sehr entspannt. Wir haben eine ganze Staffel OnePiece geguckt, Zelda gespielt (aber weniger als ich wollte) und das Heldenkind guckte viel Spotify-Youtube weil ich meinen Willenskraftrettungswurf versemmelt habe. Das Wandern war super, das Heldenkind ist ein sehr enthusiastischer Wanderbegleiter, den man wirklich nicht motivieren muss (außer bei unserer Nemesis: dem Weg durch den Ort – tamtaaaam) und der mittlerweile auch oft seinen eigenen Gedanken nachhängt.

Aber: Wir haben es nicht geschafft einen Eisbecher zu essen! Echtma!

24.07.2026 Schierke – Brocken – Torfhaus

24.07.2026 Schierke – Brocken – Torfhaus

Heute also dem Heldenkindwunsche folgend die Brockenbesteigung. Hoch gings über den Eckerlochweg und runter über den Goetheweg. Der Hinweg war wirklich super schön! Sehr kletterig, schön grün, mit Bach auf dem Weg und keinerlei Langeweile. Da heute der Tag mit dem besten Wetter und wenigsten Wind war, war es dann auf dem Gipfel erwartungsgemäß sehr voll. Und außerdem wurden dort noch irgendwelche Interviews gemacht, weshalb sich eine große Menschentraube über das Plateau schob. Also einen ruhigen Platz für die Mittagspause gesucht und dann unsere Wandernadel im Brockenhaus abgeholt. 12 Stempel hatten wir, also gab es diesmal die bronzene Nadel und wir heben uns die silberne für nächstes Mal auf:) Und dann schnell runter von der Brockenstraße und weiter gings. Der Goetheweg hat mich nicht so überzeugt, da war eigentlich nur der Teil im Moor schön. Bin sehr froh, dass wir diesen Weg nicht hochgelaufen sind, der war wirklich nur breiter Schotterweg, viel Borkenkäfer und wenig Abwechslung.

Trotzdem waren wir so ratzfatz wieder unten und hatten eine sehr schöne Urlaubsabschlusswanderung mit 14km 🙂 Bis auf das wir dann noch 50min auf den Bus warten mussten und es dreisterweise keine Eisbecher in Torfhaus gab! Frechigkeit!!111