20.09.2020

20.09.2020

Huch, schon wieder 2 Wochen rum… Es passierte nicht viel, ausser dass wir alle nacheinander krank waren. Aber obwohl der Heldenmann im gemeingefährlichen Berlin war, war es nur ne ganz normale Erkältung. Haben wir so nen Test nun also auch mal gemacht…

Letzten Samstag waren wir nochmal Geocachen, und nachdem wir cache1 nicht fanden, weil er wirklich unfassbar hoch oben in einem Baum war, war das Heldenkind immer noch extremst motiviert und wir sind noch mehrere km zum nächsten Nicht-Micro gelaufen. Den haben wir tatsächlich gefunden und war ein Lego – Ninjago drin (wer tut denn teures, originalverpacktes Spielzeug in Caches? Is ja verrückt…) – die Motivation bleibt also hoch;) Gestern waren das Heldenkind und ich dann Lagerfeuer machen (am 15.9. ist hier das Lagerfeuerverbot vorbei:)), Würstchen und Marshmallows grillen und stocherten ausgiebig im Feuer herum. Das war sehr harmonisch und schön.

Das Heldenkind war vor zwei Wochen auch das erste Mal beim Fußball und ist Feuer und Flamme. Nun mag man von Fusball halten was man will, aber man lernt dort zumindest, dass Spiele Regeln haben an die man sich tendenziell halten sollte (schwieriges Thema;)), dem Trainer nicht in einer Tour nen Knopf an die Backe zu labern (sehr schwieriges Thema!) und dass so ein Team aus mehr als einer Person besteht. Bin gespannt wie lange die Begeisterung anhält;)

9.9.2020

9.9.2020

Es ist Herbst und da merke ich immer, dass ich irgendwo in meiner DNA so ein Zugvogel-Gen haben muss. Zumindest habe ich dann immer ganz fürchterlich dolle Lust auf Wandern, am liebsten einfach raus aus der Tür und dann wochenlang weiterlaufen… Da das ja nu aus betreuungstechnischen Gründen eher nicht so aktuell ist, habe ich als Ersatzdroge gerade Dokumentationen über norwegische Abenteurer auf NRK für mich entdeckt und gucke jetzt fleißig alle 8765 Staffeln Expeditionen mit Lars Monsen. Und stelle fest, dass ich zumindest nicht da wandern will, wo es Bären und Wölfe gibt und auch nicht so lange, dass ich mich monatelang hauptsächlich von Fischen ernähren muss. Ist das also auch mal geklärt!

Eine der Serien setzt selbigen Abenteurer dann irgendwo in der norwegischen Wildnis aus, wo er dann innerhalb von 6 Tagen zu einem vorgegebenen Ziel finden muss. Mal ohne Karte, mal ohne Kompass, mal ohne Essen und mal in Klamotten (und Schuhen) von vor 100 Jahren. Und es ist wirklich ganz erstaunlich wie gut sich dieser Mensch orientieren kann. Und wie lange man ein Ally-Faltboot über Steine schleifen kann ohne dass es kaputt geht. Und das man mit selbigem Faltboot auch 6 Hunde + Gepäck transportieren kann, wenn man muss. Ich bin schwer beeindruckt und fest entschlossen ab jetzt die Karte-und-Kompass-Navigation nicht mehr immer dem Navigator-Heldenmann zu überlassen;) Und vielleicht schlaf ich sogar doch mal unter nem Tarp in meinem Leben;)

Wenn ich meine erste Klausur geschrieben habe, dann geh ich auf jeden Fall nochmal auf Hüttentour über Nacht. Allerdings ohne Fische und dafür mit Karte, markiertem Weg und leckerem Essen;)

Ansonsten habe ich jetzt 6 von 9 Lektionen meines ersten Moduls durch. Dann kann ich das also so in 2 Wochen mit der Klausur in Angriff nehmen. Ich bin sehr gespannt auf selbige. Klausuren schreibt man zu Hause und wird dabei über Video von einem netten Mensch aus Indien überwacht, damit man nicht schummelt. Das ist bestimmt sowohl datenschutz- als auch bezahlungsmäßig irgendwie zweifelhaft, aber alle vier Wochen nach Oslo fahren und die Klausur für viel Geld da schreiben kommt auch nicht so richtig in Frage. Sonst ist das je sehr komfortabel.

Was noch so? Der Heldenmann musste dienstlich nach Deutschland und muss jetzt 10 Tage in Quarantäne…ob sich das nun gelohnt hat? Das Heldenkind und ich waren am Sonntag ausprobieren ob Geocaching jetzt Spaß macht (letztes Jahr noch nicht) und in einem der Caches war ein Diamant aus Plastik zum tauschen. Das Heldenkind ist bezaubert und will am liebsten gleich wieder los;) Und es regnet…und regnet und regnet und regnet… ich hoffe es hört vor April nochmal wieder auf damit;)

6.9.2020

6.9.2020

Wir haben wieder einmal neue Mitbewohner. Diesmal sind es ca. 150 Regenwürmer, die wir zwecks Erzeugung von Kompost in einer DIY Ikea-Wurmkistenkonstruktion ansiedeln wollen. Selbige Regenwürmer retteten wir also am Samstag zur großen Begeisterung des Heldenkindes aus dem Fischereibedarf und überführten sie nach ausgiebiger Betrachtung unter der Lupe in ihr neues Heim. Merke: Regenwurm ungleich Kompostwurm! In D kann man Kompostwürmer einfach kiloweise im Internet bestellen, denn dort scheint es allgemeines Hipsterhobbie zu sein, sich zusätzlich zu den Bienen auf dem Dach auch Regenwürmer in der Küche zu halten. Hier ist es wie üblich etwas komplizierter, aber ich bin nach unserer hochwissenschaftlichen Bestimmung halbwegs optimistisch, dass wir die richtigen erwischt haben;)

Das Internet lehrte mich auch, dass die neuen Mitbewohner in den ersten 10-14 Nächten sehr bedacht darauf sind ihr neues Heim wieder zu verlassen und auch erst danach anfangen irgendwas zu kompostieren. Man solle deshalb das Licht anlassen, denn das mögen sie nicht und bleiben in der Kiste. So getan – als ich gestern ins Bett wollte streckten allerdings doch einige neugierig den Kopf aus der Kiste. Somit sind sie jetzt über Nacht nach draußen umgezogen, denn das Gästezimmer ist nur für menschliche Gäste gedacht;) Da verfallen sie vermutlich direkt in Kältestarre, denn es sind nur 11° dort… brr! Kompostiert wird auch nur zwischen 15 und 25 Grad. Über den Winter müssen sie also rein…Ich bin gespannt wie sich das weiter entwickelt 😀

Maudlandsområdet

Maudlandsområdet

Nachdem wir hier ja schon auf einigen parkplatznahen Bergen waren, wollte ich mir nochmal die etwas entfernteren Ecken anschauen. Auf Berg hatte ich auch keine Lust, also bin ich einfach 4 Stunden im Wald herumgelaufen. Dabei fleissig potentielle Zeltplätze gesucht und einen sehr belebten See gefunden. Wenn man sich dort auf die warmen Steine am Ufer legte und die Augen zumachte, kam man sich vor wie auf der Insektenautobahn, so sehr summte es dort. Ausserdem sprang alle paar Sekunden irgendwo ein Fisch aus dem Wasser, das war sehr cool zu beobachten.

Danach ging es dann weiter über zwei Pfade, die irgendein Liebhaber der Gegend in OSM sogar mit Namen versehen hatte. Die sahen in guten Augenblicken etwa so aus

und waren in schlechten gänzlich unsichtbar;) Gut, dass man ein GPS am Telefon hat! Somit dauerte aber alles etwas länger und ich kam ausgiebig mit Sumpfgebieten und Kuhzäunen in Konflikt. Aber irgendwann war ich dann doch wieder am Auto… Merke: Nur weil ein Weg einen Namen hat ist es noch lange kein Weg;)

3.9.2020

3.9.2020

Nachdem der Besuch weg war, war hier erstmal schlechte Stimmung angesagt. Die Anwältin der Berufsgenossenschaft hatte mir ja bestätigt, dass das mit der Prüfung für den Job ein bisschen nach schnellschnell und treffenwollnwaunsnichtmitihrwegenCorona aussah, deshalb schrub ich ja eine Beschwerde. Da warte ich jetzt natürlich auf das Ergebnis und konnte das ganze Thema für mich irgendwie noch nicht so wirklich abschließen. Da hartnäckiges Spazierengehen gegen die Verstimmung nicht half, musste ich dann Donnerstag nochmal stärkere Geschütze auffahren und erstmal ne Runde wandern gehen. Das hilft irgendwie immer. Bei wunderschöner Natur um mich herum schaffe ich es dann doch einfach nicht über mehrere Stunden eine miese Laune aufrecht zu erhalten;)

Das Unternehmen Nicht-verstimmen-lassen wurde dann noch mehrfach durch mitleidige/geschockte Nachbarn ins Wanken gebracht, aber nu wissen es glaub ich alle und das hat auch ein Ende.

Nach drei Wochen KiGa brachte dann das Heldenkind am Freitag die erste Erkältung nach Hause und war dann wegen Laufnase noch bis Dienstag zu Hause. Somit war der erste Tag des Fernstudiums Informatik, das ich jetzt gerade ausprobiere, nicht soooo effektiv;)

Aber nu hab ich mal zwei Tage was gemacht und echt keine Ahnung ob das das richtige ist. Machbar? Definitiv. Spannend? Eingeschränkt… Man arbeitet da halt im stillen Kämmerlein sein Skript durch, lernt alles auswendig und schreibt dann alle 4 Wochen ne Onlineklausur. Praxisanteil in den ersten 3 Semestern geht gegen 0 (ok, da ist halt Grundlagenkram dran). Die Themen sind aber schon welche, die z.b. relevant für meinen vorherigen Job gewesen wären. Aber hab ich da jetzt Lust drauf? Und was sind die Alternativen? Alles schwierig…

Flørli #3

Flørli #3

Man merkt, dass man schon länger wo wohnt, wenn sich die Ausflüge wiederholen… Freitag stand (trotz Regen und Gewitter bei der Abfahrt) noch einmal der Lysefjord auf dem Programm, denn der ist einfach bei jedem Wettwr schön! Es hörte auch zeitweise auf zu regnen und war dann einfach nur noch unfassbar windig. Trotzdem hab ich die Gelegenheit ohne Kind mal ausgenutzt und die ganze Fährfahrt draussen verbracht:) In Flørli tut sich einiges und seit letztem Jahr sind noch mehr ausgewiesene Wanderungen dazu gekommen. Der Heldenschwesterfreund und ich entschieden uns für die Wanderung zum Flørlineset. Da ging es ordentlich bergauf und gerade mit (den leider dann doch notwendigen) Regensachen war es eine schweisstreibende Angelegenheit. Dafür war es aber auch sehr schön, zum Abschluss gabs noch Fischsuppe im Café und dann ganz durchgepustet und zufrieden wieder zurück.

Auf dem Rückweg sammelten wir dann noch zwei deutsche Studenten auf, die wegen Knieproblemen die Lysefjorden Rundwanderung abgebrochen hatten. Bei den aktuellen Wetterverhältnissen ggf nicht die dümmste Idee;) Die hatten sich irgendwie mit der Fähre vertan und wären dann am Ende der Welt (Lauvvik) hängen geblieben, also haben wir die noch nach Stavanger zum Campingplatz gebracht. Die gute Tat des Tages:)

20.8.2020

20.8.2020

Besuch, Besuch! Pünktlich mit selbigen begann hier das schlechte Wetter. Hurra! Somit war nach dem Preikestolentag am Donnerstag nicht so richtig Action möglich. Was tun wenn man aktuell nicht weiss was man tun will: paddeln;) Also wagten wir uns bei auffrischendem Wind (zum Glück lieber) nicht auf den Hafrsfjord sondern mal wieder auf unseren Haus- und Hofsee. Wir dachten uns das sei ganz klug, denn so ein See hat ja bekanntlich auf allen Seiten Ufer (was vorteilhaft ist, falls man dann doch abgetrieben wird;) Tütet man das Boot halt ein und geht zu Fuß zurück;)). Und war dann auch sehr beruhigend, denn als wir versuchten quer zum Wind zu fahren, hatte das wüste Schlangenlinien zur Folge, da uns ohne Steuer dauernd der Bug in den Wind gedreht wurde. Und mit annähernd Maximalbeladung und nur zwei Paddeln auf 3 Erwachsene war der Hinweg zur Insel tatsächlich ein eher schwieriger. Nach kurzer Inselpause, in der der Wind nochmal deutlich auffrischte, führte uns der neue Kurs dann aber gegen den Wind. Und hach, war das lustig! Es hatten sich richtig Wellen aufgebaut, allüberall spritzte die Gischt (der See ist so warm, das störte gar nicht) und obwohl es echt anstrengend war machte es sowas von Laune 🙂 Voll gut.

Hinterher merkten wir deutlich die Arme und hatten die verbliebene Lastkapazität des Bootes mit Wasser aufgefüllt. Ergibt schon Sinn mit dem Verdeck;) Es fing dann aber eh an zu regnen, deswegen war den restlichen Tag relaxen (die Gäste unter uns) bzw. Beschwerdebrief gegen Jobablehnung schreiben (die Sarahs unter uns) angesagt.

Zusage fürs Studium hab ich aber nu (Beschwerde ist eher Formsache, der Job ist eh schon anders vergeben), am 1.9. gehts los. So!

Preikestolen #2

Preikestolen #2

Seit Dienstag ist die mittlere Heldenschwester samt Freund zu Besuch und deshalb stand am Mittwoch (dem letzten halbwegs regenfreien Tag) noch einmal der Preikestolen auf dem Programm. Diesmal war es deutlich voller und somit ging es in Kolonne nach oben. Die Heldenschwester ist sonst eher nicht so bergaffin, aber „muss man gesehen haben“ war ausreichend Grund und somit schlug sie sich wacker und oben waren wir dann alle entsprechend stolz und euphorisch. Und die Aussicht ist auch mit vielen Leuten noch toll. Neue Erfahrungen: Zum ersten Mal gesittet in der Selfieschlange angestanden;)

Ich komme also nochmal wenn wieder Kreuzfahrtschiffe fahren und gucke wie lang sie dann ist;)
Lutsivatnet

Lutsivatnet

Am Sonntag waren wir endlich auf dem Lutsivatnet paddeln. Jedes Mal wenn man von Gramstad aus auf den Berg gestiegen ist, hat man die Aussicht darauf genossen und jetzt wollten wir den See (bzw. eigentlich sind es mehrere zusammenhängende Seen) endlich mal angucken.

Also unser rotes Boot eingetütet und extra früh los um Parkplatzplobleme zu vermeiden. Das klappte auch gut, dafür war dann aber Nebel statt dem angesagten Sonnenschein. Prinzipiell ist so eine Athmosphäre ja auch sehr magisch. Das dann allerdings eher nicht mit Kind im Boot welches lautstärkebedingt noch mehrere km entfernt zu hören ist…

Nebelstimmung

Während das paddeln eher deutlich unharmonisch war, war unsere Pause auf einer kleinen Insel eigentlich sehr schön. Das Heldenkind und ich spielten und der Heldenmann machte uns leckeres Pfannenbrot mit Würstchen. Ein Mann der gern draußen kocht ist sehr zu empfehlen;)

Am Lutsivatnet gibt es deutlich mehr Hütten als man von oben so sieht. Einsam ist es also eher gar nicht. Das hatte aber auch den Effekt, dass man lustigen Gefährten begegnete (wie z.b. einem riesigen(!) geflügelten Einhorn-Ruderboot oder dem ineffektivsten Dreierkajak, dass ich je sah (ein bedauernswerter Vater mit zwei Teenie-Töchtern, der in wilden Schlangenlinien über den See irrte und am Ende dann alleine paddeln musste)). Es gibt an der Südseite einige Campingmöglichkeiten, allerdings ist das Wasser sehr algig und trüb, nach dem Coronasommer ist alles etwas wüst und insgesamt ist mein Fazit: Lieber im Frühling nochmal kommen 😉

Jernaldergården

Jernaldergården

Ich gehe etwas nach;) Als eines der wenigen Museen in Stavanger die uns noch fehlen waren wir am Samstag im Eisenzeitdorf. Eigentlich seltsam, denn das liegt uns interessenmäßig sehr gut;) Zum Besuch selbigen Museums radelt man zunächst ganz ordentlich bergauf, was das Heldenkind aber komplett selbst bewältigte. Das Museum besteht eigentlich nur aus zwei Langhäusern, die zwar sehr cool direkt auf der Ausgrabungsstätte wiedererrichtet wurden, allerdings Stadtentwicklungsbedingt nun direkt neben drei riesigen Hochhäusern stehen. Ich muss sagen, die Immersion auf der Turmhügelburg ist etwas tiefer 😀

Aussicht mit ohne Hochhäuser

Das Heldenkind bekam am Eingang einen Zettel mit Dingen die es im Museum finden sollte ausgehändigt und war ab diesem Augenblick ausschließlich daran interessiert diese schnellstmöglich ausfindig zu machen. Die historisch gewandeten Mitarbeiter die ihm tolle Geschichten erzählen wollten und alles andere war gänzlich uninteressant (das einzige was er sie fragte war wo die Sachen sind ;)). Das war ein bisschen lustig. Ansonsten: Klein aber fein!